Stand: 03.09.2026 • 11:02 Uhr

Als Reaktion auf den Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle will die Bundesregierung den Vertrag mit dem Russischen Haus kündigen. Moskau zieht nun nach und schließt Niederlassungen des Goethe-Instituts im Land.

Die Regierung in Moskau wird nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow drei Standorte des Goethe-Instituts in Russland schließen. Dabei handele es sich um eine Reaktion auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin, sagte der Minister der Nachrichtenagentur Interfax zufolge beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok. "Natürlich werden sie geschlossen, nachdem unser Kulturzentrum von dort (Berlin) vertrieben wurde", so Lawrow.

Deutschland nehme bewusst in Kauf, dass der Schritt gegen das Russische Haus "eindeutig das Ende seiner kulturellen Präsenz in der Russischen Föderation bedeutet", erklärte Lawrow weiter. Trotz aller Spannungen mit dem Westen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe das Institut bislang weiter arbeiten können.

Das Goethe-Institut gehört zu den letzten in Russland noch tätigen deutschen Einrichtungen. Neben der Hauptstelle in Moskau gibt es auch noch Kultureinrichtungen in St. Petersburg und Nowosibirsk. Russland hatte in der Vergangenheit bereits zahlreiche Stiftungen und Organisationen für unerwünscht erklärt und dadurch mit Tätigkeitsverboten belegt.