Als Reaktion auf den versuchten Drohnenanschlag von Leipzig will Deutschland das Russische Haus in Berlin schließen. Nun reagiert Moskau mit Gegenmaßnahmen.

Das Goethe-Institut in Moskau – oder in seinen eigenen Worten: „Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“

Pavel Bednyakov/ap/dpa

Seine Tage sind gezählt. Noch hält das deutsche Goethe-Institut in Russland die Stellung, aber nach der Entscheidung der Bundesregierung, dem Russischen Haus in Berlin den Vertrag aufzukündigen, ergreift die russische Regierung Gegenmaßnahmen. Selbstverständlich würden die Standorte des Goethe-Instituts in Russland geschlossen, verkündete der russische Außenminister Sergei Lawrow beim Östlichen Wirtschaftsforum, das noch bis Freitag in Wladiwostok tagt. Schon deshalb, um den Respekt vor sich selbst zu wahren, so Lawrow.

Es liegen handfeste Gründe vor, weshalb die deutsch-russischen Verhältnisse an einem neuen Tiefpunkt angelangt sind. Das Russische Haus steht schon lange im Verdacht, nicht allein die Funktion einer kulturellen Einrichtung auszuüben, sondern den russischen Geheimdiensten auch als Tarnung für subversive Umtriebe zu dienen. Ausschlaggebend für die jüngsten Verschlechterungen ist ein misslungener Anschlag auf dem Flughafen Leipzig/Halle, für den die Bundesregierung Russland in der Verantwortung sieht.