Heute geht es um die deutsche Reaktion auf den versuchten Drohnenangriff von Leipzig, um den verzweifelten Wahlkampfendspurt von Sven Schulze und um eine Kleinstadt im Ruhrgebiet, die wegen ein paar Tablets von einem Elektronikriesen verklagt wird.
02.09.2026, 08.28 Uhr
Merz schickt seine Minister vor»Absurde Vorwürfe, Provokation, schwerer Fehler«: Russlands Reaktionen auf die deutschen Sanktionen nach dem gescheiterten Drohnenangriff von Leipzig sind so erwartbar wie platt (mehr hier). Man werde »spiegelbildlich« antworten, tönt es aus Moskau. Aber das hat die Bundesregierung eingepreist.
Minister Wadephul (l.), Dobrindt: Trömmelchen statt Pauke?
Berlin musste etwas tun, das war klar. Aber sind die Maßnahmen gegen die hybride Kriegsführung des Kreml angemessen, sind sie hart genug (mehr zu den Sanktionen hier )? Die Regierung sei »klug genug, den Konflikt nicht unnötig anzuheizen«, kommentiert mein Kollege Roland Nelles, Leiter des SPIEGEL-Hauptstadtbüros. Wohl wahr.Das Problem ist nur: Der Kanzler hat mit seinen Andeutungen und Drohungen der vergangenen Tage weitaus größere Erwartungen geweckt, als – ohnehin überfällig – das Russische Haus in Berlin dichtzumachen oder das Generalkonsulat in Bonn zu schließen. Am Ende verkündete er den deutschen Gegenschlag nicht einmal selbst, sondern überließ das seinen Ministern Alexander Dobrindt und Johann Wadephul. So bleibt inhaltlich und politisch Spielraum für die nächste Eskalationsstufe – aber auch das Gefühl, dass Friedrich Merz erst mächtig auf die Pauke gehauen hat, um dann andere mit dem Trömmelchen vorzuschicken.
















