Sabotage in Brandenburg: Polizei ermittelt wegen Bildung einer terroristischen VereinigungIn der Nähe des grossen Kohlekraftwerks Jänschwalde im Osten Deutschlands findet die Polizei Sprengvorrichtungen. Was hat es damit auf sich?02.09.2026, 12.50 Uhr2 LeseminutenIn der Nähe des Kraftwerkes Jaenschwalde hat die Polizei Sprengvorrichtungen gefunden.mago / Imago(dpa)/aar. Während die deutsche Regierung Russland für den Drohnenanschlag auf den Leipziger Flughafen am 4. August verantwortlich macht, ermitteln die Behörden in Brandenburg nach einem mutmasslichen Sabotageangriff auf das Stromnetz inzwischen unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Unbekannte hatten am Dienstag bei Turnow-Preilack im Süden Brandenburgs mehrere selbstgebaute Flugkörper vorbereitet, mit denen offenbar leitfähiges Material in Höchstspannungsleitungen gebracht werden sollte. In zwei Fällen wurde dadurch ein Kurzschluss ausgelöst. Weitere Sprengvorrichtungen wurden vor Ort gefunden. Auswirkungen auf die Stromversorgung der Bevölkerung gab es nicht.«Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln», teilte der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz mit. «Vor Ort wurden weitere noch nicht gestartete Flugkörper gefunden.»Motiv noch unklarWer hinter der Sabotage steckt und welches Motiv die Täter hatten, ist weiterhin unklar. Die Ermittlungen haben sich inzwischen ausgeweitet. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung. Zudem geht es um den Verdacht der Störung öffentlicher Betriebe, des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel.Ob die Tat einen politischen, extremistischen oder ausländischen Hintergrund hat, ist bislang nicht bekannt.Der Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke, verurteilte den Vorfall: «Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen», erklärte der Sozialdemokrat. Die Einsatzkräfte vor Ort sowie die Beschäftigten von Umspannwerk und Kraftwerk hätten durch «ihr rasches und besonnenes Handeln Schlimmeres verhindert».In dem Umspannwerk Preilack im Landkreis Spree-Neisse unweit der Landesgrenze zu Sachsen wird der Strom, der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugt wird, überregional und regional verteilt. Laut Leag wurde das Kraftwerk Jänschwalde in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet.Das Umspannwerk ist ein wichtiger Knotenpunkt im ostdeutschen Stromnetz. Dort wird unter anderem der Strom aus dem Kraftwerk Jänschwalde übernommen und in besonders leistungsfähige Hochspannungsleitungen eingespeist.Diese 380-Kilovolt-Leitungen funktionieren gewissermassen wie Autobahnen für Strom: Sie transportieren grosse Mengen Elektrizität über weite Strecken. Von dort wird der Strom weiterverteilt und später auf niedrigere Spannungen heruntergeregelt, bevor er Haushalte und Unternehmen erreicht.Hätten die Täter Erfolg gehabt, wäre es wohl zu einem massiven Stromausfall gekommen. Der Vorfall dürfte die Debatte über den Schutz kritischer Energieinfrastruktur in Deutschland neu befeuern.Mehrere Anschläge im Grossraum BerlinIm Januar hatten mutmasslich linksextreme Täter Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins angezündet und kurzgeschlossen. Rund 45 000 Haushalte und mehr als 2200 Geschäfte und Firmen sowie Kliniken und Pflegeheime waren tagelang ohne Strom. Zu dem Brandanschlag bekannten sich die linksextremistischen sogenannten «Vulkangruppen», die als Ziel den Kampf gegen Kapitalismus angaben.Im März 2024 hatte eine Gruppe Feuer an einen grossen Strommast gelegt, der auch für die Versorgung der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin nötig war. Die Produktion wurde durch die Sabotage tagelang gestoppt.Passend zum Artikel
Brandenburg: Polizei findet Sprengvorrichtungen bei Umspannwerk
In der Nähe des grossen Kohlekraftwerks Jänschwalde im Osten Deutschlands findet die Polizei Sprengvorrichtungen. Was hat es damit auf sich?










