PfadnavigationHomePolitikDeutschlandJänschwalde in BrandenburgExplosion an Umspannwerk – Regierung erklärt Ziel der „Sabotage“ – Selbstgebaute Flugkörper gefundenVeröffentlicht am 01.09.2026Lesedauer: 3 MinutenAn einem Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg unweit des Kraftwerks Jänschwalde sind Sprengvorrichtungen gefunden worden.Die Polizei hat Sprengvorrichtungen an einem Umspannwerk in Brandenburg gefunden. Es habe mindestens eine Detonation gegeben. Der Innenminister des Landes, Jan Redmann, sprach am Nachmittag von einem „Sabotageakt“.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenAn einem Umspannwerk in Turnow-Preilack in Brandenburg unweit des Kraftwerks Jänschwalde sind Sprengvorrichtungen gefunden worden. Die Polizei teilte mit, am Dienstag gegen 8.00 Uhr sei eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung festgestellt worden. „Spuren werden gesichert“, sagte eine Polizeisprecherin. „Entschärfer sind vor Ort.“ Es gebe jedoch keine Auswirkungen auf die Bevölkerung. Das Landeskriminalamt Brandenburg (LKA) habe die Ermittlungen übernommen.Es habe mindestens eine Detonation gegeben, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums in Potsdam. Es seien mehrere sogenannte unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtungen entdeckt worden, die aber nicht alle explodiert seien.Lesen Sie auchInnenminister Jan Redmann (CDU) sprach am Nachmittag von einem „Sabotageakt“. „Das Ziel war, leitfähiges Material in die Hochspannungsleitungen einzubringen, um einen Kurzschluss zu provozieren und so einen Versorgungsausfall herbeizuführen“, sagte Redmann.Dies sei in zwei Fällen gelungen, in weiteren Fällen sei dies aber nicht gelungen. „Auf dem Gelände wurde eine zweistellige Anzahl an Vorrichtungen gefunden, die das Ziel hatten, leitfähiges Material in Hochspannungsleitungen einzubringen. Der Vorfall ist vergleichsweise glimpflich verlaufen, im Vergleich zu dem, was hätte passieren können“, erklärte Redmann weiter. Man nehme den Vorfall „sehr, sehr ernst“.Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke verurteilte den „Anschlagsversuch“. „Die besorgniserregend hohe Frequenz derartiger Vorfälle zeigt, dass wir unsere Infrastrukturen entschlossen schützen müssen“, erklärte der SPD‑Politiker. Die Einsatzkräfte vor Ort sowie die Beschäftigten von Umspannwerk und Kraftwerk hätten durch „ihr rasches und besonnenes Handeln Schlimmeres verhindert“. Lesen Sie auchDie „Märkische Allgemeine“ hatte zuvor berichtet, dass Einsatzkräfte mehrere Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen gefunden hätten. Das LKA widersprach dem Bericht. „Wir reden hier nicht von Raketen“, erklärte die Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.Ob ein Schaden entstanden sei, sei Teil der Ermittlungen. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Laut Netzbetreiber 50Hertz sei die Tat am Dienstagmorgen verübt worden. Das mutmaßliche Ziel sei offenbar ein großflächiger Stromausfall am Block E des Kohlekraftwerks gewesen.Der Netzbetreiber 50Hertz teilte gegenüber der „Märkischen Allgemeinen“ mit: „Bislang unbekannte Täter haben heute Morgen vermeintlich Sachbeschädigungen an mehreren Leitungen im Übertragungsnetz von 50Hertz begangen.“ Es habe eine „kurzzeitige Leitungsunterbrechung“ gegeben. Mittlerweile seien aber alle Leitungen wieder in Betrieb, die allgemeine Stromversorgung sei derzeit nicht beeinträchtigt. Der Netzbetreiber arbeite laut der Sprecherin „eng mit den zuständigen Sicherheitsbehörden zusammen“.Lesen Sie auchDas Energieunternehmen Leag, das das Kraftwerk Jänischwalde betreibt, geht von einem Anschlag aus. Ein Sprecher teilte mit: Am Morgen sei ein Anschlag auf das Umspannwerk in Turnow-Preilack verübt worden, „über welches der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugte Strom in das Übertragungsnetz von 50 Hertz eingespeist wird“. Und weiter: „In der Folge kam es zu einem technischen Ausfall von Block B im Kraftwerk.“ Nach Informationen von WELT schaltete sich der Block infolge einer Sicherheitsmaßnahme selbstständig ab. Bislang ist Block B nicht wieder in Betrieb.„Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte die versuchte Sachbeschädigung durch selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln“, teilte der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz später mit. „Vor Ort wurden weitere noch nicht gestartete Flugkörper gefunden.“In dem Umspannwerk Preilack im Landkreis Spree-Neiße unweit der Landesgrenze zu Sachsen wird der Strom, der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugt wird, überregional und regional verteilt. Nach Angaben der Leag wurde das Kraftwerk Jänschwalde in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet.lay/rct/doli mit dpa