Den Pflegekassen geht es schlechter als gedacht. Um ihre Finanzen zu stabilisieren, brauchen sie bis Jahresende 500 Millionen Euro.
Angesichts der steigenden Eigenanteile im Pflegeheim müssen auch die Bundesländer für die Investitionskosten aufkommen
Christoph Schmidt/dpa
Die soziale Pflegeversicherung steckt in akuter Finanznot. „Es herrscht Alarmstufe Rot!“, sagte Oliver Blatt, Vorsitzender des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen am Montag in Berlin. „Nach unseren Berechnungen werden die Mittel bis Ende Oktober aufgebraucht sein“, so Blatt weiter. Danach würden die Einnahmen nicht mehr ausreichen, um die Pflegeleistungen zu finanzieren. Bis zum Jahresende benötigen die Pflegekassen deshalb schätzungsweise weitere 500 Millionen Euro.
Für 2026 rechnen die Pflegeversicherungen insgesamt mit einem Minus von 1,2 Milliarden Euro. Zusätzlich zu Bundesdarlehen von 3,2 Milliarden Euro gebe es laut Blatt sogar ein „dickes Minus von 4,4 Milliarden Euro“. Für 2027 geht der GKV-Spitzenverband davon aus, dass weitere 10 Milliarden Euro fehlen werden.












