Die Pflegekassen haben vor einer dramatischen Finanzlage gewarnt. Sie drängen die Regierung zum raschen Handeln – und signalisieren den Patienten trotzdem Entwarnung.

31.08.2026, 13.55 Uhr

Pflegeheim in Filderstadt: Reformen dringend nötig

Die Pflegekassen schlagen wegen eines immer größeren Finanzlochs Alarm. »Die Pflege ist akut in Not«, sagte Oliver Blatt, Chef des zuständigen GKV-Spitzenverbands. Schon bis Ende dieses Jahres fehlten schätzungsweise 500 Millionen Euro. Im nächsten Jahr entstehe sogar eine Lücke von zehn Milliarden Euro. Blatt brachte eine kurzfristige Finanzspritze des Bundes ins Spiel und forderte zugleich, die geplante Pflegereform rasch anzugehen.

Der GKV-Spitzenverband spricht für die soziale Pflegeversicherung, also die gesetzlichen Kassen mit knapp 75 Millionen Versicherten. Rund sechs Millionen Menschen bezogen 2025 Leistungen von ihr. Die Finanznot der Pflegekassen wird mittelfristig wahrscheinlich für fast alle im Land spürbar – sei es als Beitrags- oder Steuerzahler oder als Pflegebedürftige.Die Folgen für die Pflegebedürftigen»Im Oktober werden die Einnahmen nicht mehr reichen, um die Pflegeleistungen voll zu finanzieren«, sagte Blatt. Zugleich beruhigte er: »Die Pflege kann nicht pleitegehen.« Es werde Mechanismen geben, den Fehlbetrag zu decken. »Zur Not wird uns dann der Bund sicherlich eine schnelle Liquidität geben«, sagte Blatt. »Da muss man sich als Pflegebedürftiger keine Sorgen machen.« Die Pflegeleistungen würden bezahlt. Aber die soziale Pflegeversicherung pfeife »aus dem letzten Loch«.