Pflegeheim: Kassen schlagen Alarm

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Die Finanzprobleme in der Pflege sind größer als bislang erwartet. Laut GKV-Spitzenverband hat die soziale Pflegeversicherung im ersten Quartal 2026 ein Minus von 667 Millionen Euro eingefahren. Und das trotz eines Darlehens von 800 Millionen Euro.Für das Jahr erwartet GKV-Chef Oliver Blatt ein Minus von rund einer Milliarde Euro. Rechne man die Schulden gegenüber dem Bund dazu, ergebe sich sogar ein Defizit in Höhe von 4,2 Milliarden Euro. Die Einnahmen in der Pflegeversicherung steigen laut Blatt 2026 um 7,7 Prozent, die Ausgaben allerdings um 9,1 Prozent. »Bei der Pflegeversicherung brennt die Hütte und wir müssen uns dringend ans Löschen machen«, sagte Blatt dem SPIEGEL.

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) arbeitet seit Monaten an einer Pflegereform, um weiter steigende Beiträge zu verhindern. Doch gegen ihre Pläne gibt es heftigen Widerstand von CSU und SPD, die Reform verzögert sich.

Die Mittel der Pflegeversicherung liegen laut GKV-Spitzenverband am Jahresende nur noch bei 4,3 Milliarden Euro, wovon 4,2 Milliarden Euro Schulden sind. »Die Pflege in Deutschland lebt also auf Pump«, sagte Blatt. Die Regierung müsse »jetzt das Ruder herumreißen, denn sonst werden die Finanzprobleme im nächsten Jahr unbeherrschbar«, warnte Blatt. »Der Pflege rennt die Zeit davon, denn die Finanzierungslücke wird unmittelbar zu Beginn des nächsten Jahres da sein.« Der Hintergrund: Die ersten Monate eines Jahres sind besonders einkommensschwach.