Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz traf gut gelaunt mit Markus Preiß, dem Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, im letzten Sommerinterview des Jahres zusammen. Eine Woche vor dem Start der ersten Sitzungswoche im Bundestag nach der Sommerpause gab sich der Kanzler gewohnt selbstbewusst: „Wir müssen das Gute zeigen“, so Merz: „Zeigen, was wir erreicht haben: bei der Zuwanderung und bei der Wirtschaft“, die nun langsam Tritt fasse: „Wir haben viele Chancen, die wir nutzen müssen.“Moderator Preiß war so höflich und klammerte in den folgenden 30 Minuten all die strittigen Reform-Konzepte der Koalition aus, die nicht gerade dazu angetan sind, um die Wirtschaft beim Trittfassen zu unterstützen – wie etwa Rente, Gesundheit, Pflege oder die Steuerreform, bei denen Arbeitgebern und -nehmern erhebliche Mehrbelastungen drohen. Preiß hakte zumindest bei den hohen Energiepreisen nach, was Merz sichtlich ins Stolpern brachte.

Merz lässt das Mega-Thema Energie schleifen

Beim Thema hohe Strompreise flüchtete sich der Kanzler in die Vergangenheit und in die Straße von Hormus, deren Sperrung den Öl- und Benzinpreis und jedoch nicht die Strompreise belastet. Gegen den Irankrieg und den hohen Ölpreis könne die Regierung nun mal nichts machen, so Merz: Und in der Vergangenheit hätte er niemals die Atomkraftwerke abgeschaltet oder den erneuerbaren Energien so lange Festvergütungen gewährt. Zukünftige Kosten der Energiewende könne man also unmöglich kalkulieren, sagte Merz.