Vielleicht ist es wichtig zu wissen, für alle, die Schulman noch entdecken müssen, was die Schauspielerin Andrea Sawatzki, selbst Autorin, zu seinem neuen Buch gesagt hat. Gut nachlesbar in den Blurbs, abgedruckt auf der Rückseite seines neuen Romans: „Alex Schulmans Bücher sind unfassbar lesenswert und sehr tröstlich, gerade wenn man eine schwierige Kindheit hatte.“

Als diese Art Tröster hat sich der Autor schon mit seinen früheren Werken erwiesen. Und weil man davon ausgehen kann, dass keiner der acht Milliarden Erdbewohner eine perfekte Kindheit hatte, weil es keine perfekten Eltern gibt (jedenfalls sagen das unisono Psychologen), dürfte er etliche Bücher verkauft haben. Sein Durchbruchsroman „Die Überlebenden“ von 2020 jedenfalls ist in 30 Sprachen übersetzt worden.

Ein Anruf in die Vergangenheit

Natürlich haben schon zig Autoren ihre dysfunktionale Kindheit in Romanen von sich heruntergeschrieben, der Autor selbst am intensivsten in „Vergiss mich“, in dem er sein Leben mit einer alkoholkranken Mutter und die daraus resultierende Co-Abhängigkeit in den Roman-Plot goss. Doch Schulman muss für seine Leser ein besonderer Sogkraft-Zauberer sein, anders ist sein Erfolg nicht zu erklären.