AnalyseTrotz steigender Anleihenrenditen, geopolitischer Spannungen und sportlicher Bewertungen eilen die Aktienmärkte von einem Rekord zum nächsten. The Market zeigt, wo Enttäuschungen drohen und wo sich Chancen bieten.Die steigenden Renditen an den Anleihenmärkten werden langsam zur Gefahr. Zwischenzeitlich sind die Zinsen auf zehnjährige US Treasury Notes auf 4,73% geklettert, bei dreissigjährigen Papieren haben sie 5,3% erreicht – das ist der höchste Stand seit 2007. In den vergangenen Tagen liess sich zwar eine Entspannung beobachten, dennoch bleiben die Renditen hoch.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Nicht nur in den USA, auch in Japan und in Europa – die Schweiz ist eine Ausnahme – zeigen die Renditen nach oben. Dieser Aufwärtstrend sorgt beim US-Finanzministerium offenbar für Nervosität. Es hat kommuniziert, ab September seine Rückkäufe von Staatsanleihen mit langer Laufzeit zu erhöhen.Aufgrund der zunehmenden Staatsverschuldung rund um den Globus – in den USA hat sie soeben die Marke von 40 Bio. $ überschritten – kommt es gemäss Beat Thoma, CIO von Fisch Asset Management, an den Finanzmärkten «zu einem zunehmenden Verteilungskampf um Kapital».Hohe Nachfrage nach FremdkapitalEin Grund dafür ist, dass vor allem auch die Hyperscaler (Alphabet, Amazon, Meta Platforms, Microsoft und Oracle) riesige Summen an Fremdkapital benötigen, um ihre Investitionen in die KI-Infrastruktur zu stemmen. Auch stimulieren die hohen Budgetdefizite die Konjunktur, was ebenfalls für Aufwärtsdruck bei den Zinsen sorgt.Ohne glaubwürdige Bestrebungen, den Staatshaushalt ins Lot zu bringen, dürfte sich daran wenig ändern. In der Vergangenheit sorgten höhere Zinsen oft für Verwerfungen an den Aktienmärkten.Auch der Krieg zwischen den USA und Iran, der ursprünglich eine kurze Angelegenheit hätte sein sollen, wütet weiterhin. Der Energietransport durch die Strasse von Hormuz bleibt stark eingeschränkt. Hinzu kommt, dass die ukrainischen Angriffe auf die russische Infrastruktur die Raffineriekapazität Russlands empfindlich gestört haben, was die Preise für Benzin, Diesel und Kerosin in die Höhe treibt. Das sorgt für Aufwärtsdruck bei der Inflation, was die Notenbanken vor grosse Herausforderungen stellt.All dies kümmert die Börsen bislang wenig. Der breite Bloomberg-Weltaktienindex ist seit Jahresbeginn in Dollar um 13% nach oben geklettert, in Franken beträgt der Zuwachs sogar 14,6% und in Euro 14%.Sind die Gewinne nachhaltig?Für Unterstützung sorgte zuletzt die sich zu Ende neigende Gewinnsaison. Sowohl in den USA als auch in Europa überzeugten die Unternehmen mit eindrücklichem Gewinnwachstum. Entsprechend positiv reagierten die Börsen. Ob die Unternehmen dieses Tempo aufrechterhalten können, ist eine andere Frage. Der Markt erwartet jedenfalls, dass die Profite in den kommenden Monaten weiter sprudeln werden.Die Zuversicht schlägt sich in den Bewertungen nieder, wie der von The Market konstruierte Bewertungsindikator zeigt. Da er diverse Faktoren berücksichtigt, ist der Einfluss der jüngst ungewöhnlich stark gestiegenen – und womöglich nicht nachhaltigen – Unternehmensgewinne moderat. Das Barometer aggregiert die Dividendenrendite, das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis, das vorwärtsgerichtete KGV, das Kurs-Umsatz-Verhältnis sowie das Kurs-Buchwert-Verhältnis in ein Bewertungsmass, das Werte zwischen null und hundert annimmt. Je höher es ausfällt, desto teurer ist ein Markt im Vergleich zu seiner eigenen Historie.Wie die jüngste Übersicht zeigt, sind insbesondere die technologielastigen Aktienmärkte in den Niederlanden, den USA und in Taiwan überaus sportlich bewertet und lassen kaum Spielraum für Enttäuschungen. Aber auch die Börsen der Schweiz und Deutschlands sind nicht mehr sonderlich günstig.Wie schon bei der letzten Bestandesaufnahme im Mai notiert das Gros der Märkte klar über dem neutralen Wert von 50, nur eine kleine Auswahl liegt darunter. Vergleichsweise attraktiv sind die Börsen in Mexiko, der Türkei, in Hongkong sowie in Brasilien. Chinesische und südafrikanische Valoren sind ebenfalls moderat bewertet.Gedämpftes PotenzialEine anspruchsvolle Bewertung bedeutet aber nichts anderes, als dass ein Teil der künftigen Rendite vorweggenommen wird. Weitere kräftige Kursavancen setzen ein neues Paradigma beim Gewinnwachstum oder ein permanent hohes Plateau bei den Bewertungen voraus. Das ist nicht unmöglich, die Geschichte mahnt jedoch zur Vorsicht.Was aber ist ein realistischer Ertrag, den Anleger auf längere Frist mit Aktien erzielen können? Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll, die wichtigsten Komponenten der Aktienrendite zu beleuchten.Letztere setzt sich zusammen aus derDividendenrendite,dem Dividenden- respektive dem Gewinnwachstum und derBewertungsveränderung.Ein zentraler Renditetreiber ist die Dividende. Zum einen, weil sie auf lange Sicht einen gewichtigen Teil des Anlageerfolgs ausmacht, zum anderen, weil sie zum Investitionszeitpunkt bekannt ist. Das Dividendenwachstum für den Gesamtmarkt entwickelt sich typischerweise in etwa im Gleichschritt mit dem Wirtschaftswachstum.Am schwierigsten abzuschätzen ist die Veränderung der Bewertung. Niemand kann vorhersagen, wie viel die Investoren in der Zukunft für Aktien zu bezahlen bereit sein werden. Insbesondere bei derzeit teuren Märkten wie den USA sollten sich Anleger nicht auf eine Bewertungsexpansion verlassen, eine Kontraktion ist wahrscheinlicher.Welche Renditen sind realistisch?Aus den drei Komponenten lässt sich nun grob das Potenzial des S&P 500 abschätzen: Auf Basis der Analystenschätzungen für das kommende Jahr beträgt die Dividendenrendite des US-Aktienmarktes derzeit rund 1,2%. Gemäss Daten aus dem Global Investment Returns Yearbook 2026 von UBS sind die Ausschüttungen in den USA von 1900 bis 2025 pro Jahr real um 1,7% gewachsen.Angenommen, sie nehmen künftig im gleichen Tempo zu, und die Bewertung bleibt auf hohem Niveau stabil, ergibt sich für US-Valoren eine erwartete reale Rendite von bescheidenen 2,9% pro Jahr (1,2% + 1,7%). Eine Bewertungskontraktion würde die künftige Rendite schmälern, eine Expansion würde sie erhöhen.Das ist – vereinfacht – der Ansatz des US-Vermögensverwalters Syzygy Asset Management (vormals: Research Affiliates), um das Potenzial verschiedener Aktienmärkte für die kommende Dekade zu schätzen. Eine zentrale Annahme für die Renditeprognosen lautet, dass die Bewertung langfristig zu ihrem «fairen Wert» zurückkehrt.Zur einfacheren Vergleichbarkeit haben die Experten von Syzygy Asset Management die Renditeerwartungen in Dollar berechnet. Die Inflation wurde abgezogen, d.h., es handelt sich um reale Renditen (die genaue Methodik finden Sie hier).Niederländischen Valoren droht ein verlorenes JahrzehntWie sieht das Resultat aus? Die Dividendenrendite des Weltaktienindex erreicht rund 1,6%, das langfristige Gewinnwachstum veranschlagt Syzygy Asset Management auf rund 3% p.a., während die derzeit überdurchschnittliche Bewertung über das kommende Jahrzehnt zu einer Bewertungskontraktion von 2,6% pro Jahr führen dürfte. Aggregiert ergibt sich eine geschätzte jährliche reale Gesamtrendite von wenig berauschenden 2% (roter Balken in der folgenden Grafik).Die wenig erbaulichen Aussichten für globale Aktien sind massgeblich den USA geschuldet. Derzeit erreicht das Gewicht von US-Titeln im MSCI AC World 63,5%. Amerikanischen Grosskonzernen traut Syzygy Asset Management ein Dividendenwachstum von 3% zu, also deutlich mehr als die oben erwähnten langfristigen 1,7%. Angesichts der derzeit hohen Bewertungen geht das Investmenthaus allerdings davon aus, dass eine Rückkehr zum langfristigen fairen Wert jedes Jahr 3,5% an Ertrag kosten dürfte. In Kombination mit der derzeit niedrigen Rendite von 1,1% ergibt sich eine jährliche Performance von lediglich 0,6%.Schwächt sich der Dollar in dieser Zeit ab, was angesichts der Geld- und der Fiskalpolitik in den USA realistisch ist, dürften Anleger aus der Schweiz und Deutschland sogar Verluste einfahren. Da US Small Caps nicht ganz so teuer sind, sieht ihre geschätzte Rendite mit 4,5% besser aus.Noch trüber sind die Aussichten für niederländische Aktien, die – behalten die Analysten recht – über die kommende Dekade praktisch auf der Stelle treten dürften. Hauptgrund dafür ist die stolze Bewertung des Chipausrüsters ASML, der mehr als die Hälfte der Marktkapitalisierung des MSCI Netherlands ausmacht. Derzeit profitiert er von der Euphorie rund um das Thema künstliche Intelligenz, wenn aber das Gewinnwachstum enttäuscht, droht eine Korrektur.Ähnlich präsentiert sich die Ausgangslage in Taiwan, wo der Halbleiterkonzern TSMC den Ton angibt (fast 60% des MSCI Taiwan). Dieser Markt vermag mit einer geschätzten Rendite von 1,1% ebenfalls nicht zu überzeugen. Zwar prognostizieren die Analysten ein jährliches Dividendenwachstum von hohen 4,1%, die erwartete Normalisierung der Bewertung (–4,4%) dürfte dies jedoch mehr als kompensieren.Ansprechende Rendite in SchwellenländernWer auf der Suche nach aussichtsreicheren Börsen ist, wird vor allem in Schwellenländern fündig. Positiv stechen indonesische Valoren mit einer geschätzten jährlichen Gesamtrendite von 16,9% hervor. Ebenfalls erfreulich sind die Aussichten für Anleger in Lateinamerika. So prognostizieren die Experten von Syzygy Asset Management für Brasilien eine annualisierte Rendite von 10,7% für die kommende Dekade. Kolumbien (9,6%), Chile (6,6%) und Mexiko (6,5%) befinden sich ebenfalls auf den vorderen Rängen. Um das Risiko zu begrenzen, dürfte es sich lohnen, in regionale ETF zu investieren, die z.B. den MSCI Lateinamerika abbilden.Von den Industrieländern bestechen Dänemark (7,5%), Schweden (6,8%), Österreich (6,5%) sowie Japan (6,5%) durch einen ansprechenden erwarteten Ertrag.Schweizer Titel bewegen sich im unteren Mittelfeld: Sie versprechen eine jährliche Rendite von 4,8% in Dollar. Da sich der Franken wohl auch künftig aufwerten wird, dürfte der Ertrag für hiesige Investoren etwas geringer ausfallen. Zum Vergleich: Gemäss der Privatbank Pictet haben Schweizer Valoren seit 1900 pro Jahr real und in Franken 4,6% abgeworfen. Ähnlich sind die Aussichten für deutsche Aktien, deren Ertrag auf 5% geschätzt wird. Für beide Märkte erwarten die Experten für die kommenden Jahre eine Bewertungskontraktion. Die vergleichsweise hohe Dividendenrendite von 2,6% (Deutschland) und 2,7% (Schweiz) sowie das kräftige Gewinnwachstum von 2,9% (Deutschland) und 3,4% (Schweiz) sorgen dennoch für eine akzeptable erwartete Rendite.Hohe Renditen nicht einfach fortschreibenWenngleich diese Renditeschätzungen von kompetenter Seite stammen, sind sie keineswegs in Stein gemeisselt. Niemand kann perfekt abschätzen, wie sich die KI auf Gesellschaft und Wirtschaft – und schliesslich auch auf die Börsen – auswirken wird. Die Gefahr, dass die Kurse in gewissen Bereichen überschossen haben, ist allerdings nicht zu vernachlässigen. Auf Phasen mit grossem Optimismus folgten in der Vergangenheit oft schmerzhafte Korrekturen.An Gründen für einen weniger üppigen Aktienertrag mangelt es wie eingangs erwähnt nicht. Das Umschichten eines Teils des Portfolios in günstigere Aktienmärkte ist deshalb zu empfehlen.Auswahl an ETF auf attraktiv bewertete Länder und Regionen:Indonesien: HSBC MSCI Indonesia ETF (ISIN: IE00B46G8275)Brasilien: Xtrackers MSCI Brazil UCITS ETF 1C (ISIN: LU0292109344)Lateinamerika: Amundi MSCI Emerging Markets Latin America (ISIN: LU1681045297)Mexiko: Xtrackers MSCI Mexico UCITS ETF 1C (ISIN: LU0476289466)Nordische Länder: Xtrackers MSCI Nordic UCITS ETF 1C (ISIN: IE000BO2Y0T8)Japan: State Street SPDR MSCI Japan UCITS ETF JPY Unhedged (ISIN: IE00BZ0G8B96)One Size Fits All?Vor wenigen Tagen hat der ETF-Anbieter Vanguard – der vor genau fünfzig Jahren den ersten öffentlich zugänglichen S&P-500-Indexfonds lanciert hat – ein interessantes neues Produkt auf den Markt gebracht: den Vanguard FTSE Global All-Cap ETF. Er umfasst mehr als 7000 Unternehmen rund um den Globus, was ihn zum weltweit breitesten ETF macht. Damit sind in einem Fonds grosse, mittelgrosse und kleine Unternehmen sowohl aus Industrie- als auch aus Schwellenländern enthalten.Besonders attraktiv ist die extrem niedrige Gesamtkostenquote (TER) von 0,07%. Der ETF ist in einer ausschüttenden (ISIN: IE000CVUM3N6) und in einer thesaurierenden (d.h., er schüttet die Dividenden nicht aus, sondern investiert sie umgehend wieder in den ETF, ISIN: IE000VAHT5T0) Variante erhältlich. Ab sofort ist er in der Handelswährung Dollar an der Schweizer Börse und in Euro an der Deutschen Börse kotiert, domiziliert ist er in Irland. Der zugrundeliegende Index, der FTSE Global All Cap Net Tax Index (USD), der sogar mehr als 10’000 Titel umfasst, wird optimiert physisch repliziert, was die geringere Anzahl Aktien im ETF erklärt. Wer also ein maximal pflegeleichtes Aktienportfolio halten möchte, kann künftig einfach mit einem Sparplan in diesen breiten ETF investieren.Umschichten nicht nötigSoll man nun aus anderen breiten ETF wie etwa solchen, die den MSCI AC World abdecken, umschichten? Mit grosser Wahrscheinlichkeit lohnt sich das nicht. Einerseits fallen dabei unnötige Handelskosten (und je nach Land Gewinnsteuern) an. Zudem ist die TER nicht das einzige Auswahlkriterium, auch die Abweichung von der jeweiligen Benchmark spielt eine Rolle (sie wird sich im Laufe der Zeit zeigen).Auch sollte man sich von der eindrücklichen Zahl von rund 7000 Unternehmen nicht blenden lassen, denn die Konstituenten sind gemäss ihrem Free Float gewichtet, was bedeutet, dass im Endeffekt die Mega Caps auch im Vanguard FTSE Global All-Cap den Ton angeben.Large Caps, die USA und Technologie dominierenSo stellen die grössten zehn Unternehmen rund 21,5% des Index. Die drei Technologiekolosse Nvidia (4,1%), Apple (3,9%) und Microsoft (3%) haben ein Gewicht von 11% im Barometer.Bei den Ländern dominieren die USA (62%), vor Japan (5,9%) und dem Vereinigten Königreich (3,2%). Auf Platz vier folgt Taiwan mit 3,1%. Die Schweiz und Deutschland haben ein Gewicht von 2 respektive 1,8%. Der wichtigste Sektor ist Technologie mit einem Anteil von hohen 31,5%. Die Finanzbranche macht 15,5% aus, Industrie kommt auf 13,4%. Die Zahlen für den MSCI AC World sind ähnlich – entsprechend ähnlich ist auch die Performance der beiden Indizes in den vergangenen Jahren.Dennoch ist der ETF für Anleger, die möglichst pflegeleicht in Aktien investieren möchten, ein überzeugendes Produkt.Passive Attack: Schuld sind immer die ETFDer erfahrene Investor Terry Smith, der mitunter auch der Warren Buffett des Vereinigten Königreichs genannt wird, hat kürzlich einen bemerkenswerten Brief an seine Investoren verfasst (er ist unter diesem Link verfügbar), in dem er den Aufstieg des passiven Anlegens beklagt. Der Auslöser ist das Ausbleiben von Anlageerfolg seines Value-Fonds seit einiger Zeit.In jedem Jahr seit 2021 blieb er hinter seinem Vergleichsindex, dem MSCI World Index Net (in Pfund), zurück. Im ersten Halbjahr 2026 setzte sich der Trend fort: Während die Benchmark bis Ende Juni um 11,2% avancierte, verlor Smiths Fonds 2,9% an Wert. Es ist anzunehmen, dass immer mehr Investoren ihr Geld abzogen, was Smith unter Druck setzte.Owen A. Lamont (2026), Don’t Blame Indexing for Your Problems, «Financial Analysts Journal», Jahrgang 82, Ausgabe 3, S. 28–33.Doch weshalb diese Underperformance, nachdem der Fondsmanager zuvor während Jahrzehnten erfreuliche Resultate erzielt hatte? Für Smith ist der Grund dafür klar der «...Markt, der von passiven oder Indexfonds – von denen die meisten ETF sind – sowie dem Boom rund um die künstliche Intelligenz geprägt ist». In einem solchen Umfeld haben Fundamentaldaten an Relevanz eingebüsst: «Zusammen haben diese Entwicklungen zu einem Markt geführt, der eher von Momentum als von fundamentalen Faktoren wie Rentabilität, Kapitalrendite und Wachstum bestimmt wird.»Sind wirklich ETF schuld?Doch ist es wirklich so einfach? In diesem Zusammenhang ist The Market ein interessanter Beitrag von Owen Lamont mit dem Titel «Don’t Blame Indexing for Your Problems» in der jüngsten Ausgabe des «Financial Analysts Journal» aufgefallen (eine öffentlich zugängliche Version ist hier verfügbar).Wie der Titel schon verrät, sieht Lamont die Dinge etwas anders. Er bezweifelt, dass der Vormarsch des passiven Anlegens die Funktionsweise des Aktienmarktes beeinträchtigt. Sein Argument: ETF-Investoren seien lediglich «Zuschauer», da sie wenige Transaktionen abwickeln, einfach den Gesamtmarkt kaufen und keine aktiven Wetten eingehen. Sie übernehmen einfach die Preise, die von aktiven Akteuren bestimmt werden.Letztere handeln miteinander und sind damit für die Preisfindung entscheidend. Allein die Tatsache, dass aktive Marktteilnehmer vermehrt ins passive Lager wechselten, bedeute noch nichts – für die Markteffizienz sei relevant, wer wechsle. Werfen die schlecht Informierten und Erfolglosen unter den aktiven Investoren das Handtuch, erhöht sich die Effizienz des Marktes sogar.Qualität über QuantitätDass die ETF-Anleger Trittbrettfahrer sind, streitet Owen Lamont nicht ab, erkennt darin jedoch kein Problem. Er macht den Vergleich mit Schülern, die voneinander abschreiben. Wenn faule von starken Schülern abschreiben, wird der Notendurchschnitt typischerweise steigen. Solange es fleissige Schüler gibt, die die Arbeit machen, schadet Abschreiben dem Gesamtergebnis nicht. Analog verhält es sich mit den Marktpreisen: Wenn die Qualität der aktiven Investoren stimmt, leidet der Markt nicht unter dem zunehmenden Anteil passiver Akteure.Solange die Gruppe der informierten und aktiven Investoren mit ausreichend Kapital in einem liquiden Markt agiere, bleibe der Markt somit effizient. Und das sei heute der Fall.Smith dürften diese Argumente kaum trösten. Um die Performance seines Fonds zu verbessern, hat er sein Portfolio in den vergangenen Monaten kräftig umgestellt und seinen Ansatz angepasst. Künftig wird er verstärkt auch das Momentum – sowohl der Fundamentaldaten als auch der Aktienkurse – bei der Aktienauswahl berücksichtigen. Hoffen wir, dass es funktioniert. Denn der Trend zum passiven Anlegen wird sich ziemlich sicher fortsetzen.