Missbräuchliche Köche, vegane Currywurst für 30€ und pseudo-ökologische Küche. Fine Dining ist am Ende. Zum Glück, schreibt taz FUTURZWEI-Autor Jörn Kabisch in seiner Gastrokolumne.

taz FUTURZWEI | Ich habe vor Kurzem einen alten, leicht vergilbten Quittungsblock im Tresen gefunden: Der Mehrwertsteuersatz ist mit 14 Prozent angegeben, die Postleitzahl vierstellig – der Block stammt aus den 1980er-Jahren, der Bonner Republik: Das Gasthaus zum Schwan wirbt darauf mit „Gutbürgerliche Küche – moderne Fremdenzimmer“. Interessante Paarung, dachte ich: Beim Essen dockt die Reklame an die Vergangenheit an, beim Wohnen an die Aktualität.

Fast fünfzig Jahre später werben auf dem Land zwar immer noch Gasthäuser mit der „Gutbürgerlichkeit“ der Mahlzeiten, doch selbst ich habe inzwischen Mühe, mir vorzustellen, was damit gemeint ist.

Bild:

Anja Weber