Man muss keine Mathematikerin sein, um zu begreifen: Essengehen ist teuer geworden – laut Statistischem Bundesamt zahlt man heute rund ein Drittel mehr als vor fünf Jahren. Natürlich, ich verstehe: Lohnkosten, Miete, Strom – auch für Wirte und Gastronominnen haben die Ausgaben im selben Zeitraum gehörig angezogen. Statistisch übrigens ebenfalls um durchschnittlich jene 30 bis 35 Prozent.

8,50 Euro für einen Keks – bitte?

Manchmal scheint mir allerdings, einige Gastronomen übertreiben und schlagen weit mehr auf, als Inflation und Co. rechtfertigen. Kürzlich etwa saß ich in einem Café und sollte 8,50 Euro für einen Chocolate-Chip-Cookie zahlen. Bitte? Auch wenn er noch so sorgfältig aus besten Zutaten geknetet und dreimal sanft gebacken wurde – das ist ungehörig. Ein anderes Mal – zufällig nicht in Berlin, sondern an einem lauschigen Ort am Wasser – entdeckte ich eine gegrillte Dorade auf der Karte. Für 90 Euro! Einkaufspreis selbst bei bester Qualität maximal 15 Euro. Gerechtfertigt wurde der Preis nicht etwa damit, dass sie besonders gebeizt, handwerklich aufwendig zubereitet oder mit einer Auswahl exquisiter Beilagen serviert wird, sondern damit, dass der Service sie am Tisch von Hand zerlege.