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Sie war von allen die Größte. So viel Stolz, so viel Charisma, so viel Würde wie sie besaß keine andere Sängerin, kein anderer Sänger ihrer Generation. Und schon gar nicht so viel Mut zum Risiko, zur Selbstentblößung, zum Bekenntnis der eigenen Schwäche. Niemand verstand es so wie sie, aus diesem Bekenntnis zur Schwäche eine Kraft zu erringen, bei der man nicht anders konnte, als sie unbedingt zu bewundern. Man höre noch einmal das Stück Jolene, das Dolly Parton im Jahr 1973 als Single herausbrachte und das im folgenden Jahr auf ihrem gleichnamigen Album erschien: Es ist einer Nebenbuhlerin gewidmet, die ihr den geliebten Mann abspenstig zu machen versucht, »Jolene«, singt Dolly Parton, »oh I'm begging you don't take my man.« Sie bekundet ihre Bewunderung für die Schönheit Jolenes, »your beauty is beyond compare«. Sie weiß ja, dass sie Jolene darin nicht gleichkommen kann, und sie weiß, dass ihr Mann im Schlaf den Namen der Nebenbuhlerin singt – darum wendet sie sich nun an Jolene, um ihr zu sagen: »My happiness depends on you.« Aus der Konkurrenz um einen Mann macht sie ein Gespräch unter Frauen, sie bittet und fleht, aber in diesem Bitten und Flehen erhebt sie sich über den untreuen Geliebten, sie spricht an ihm vorbei, er spielt in diesem Song eigentlich gar keine Rolle. Der Mann als solcher spielt in diesem Song keine Rolle. Worum es stattdessen geht: dass Frauen ihre Würde im Patriarchat nur zu bewahren vermögen, wenn sie miteinander reden, sich miteinander verständigen, wenn sie miteinander solidarisch sind.











