Am Dienstag soll es erneut einen Abschiebeflug nach Afghanistan geben. Voraussichtlich nicht mit am Bord: der strafrechtlich unauffällige Faridoon Tofan.
Abschiebeflüge nach Afghanistan finden aktuell regelmäßig statt. Hier startete eine Maschine Mitte Juni von Leipzig nach Kabul
Hendrik Schmidt/dpa
Die Bundesregierung plant für Dienstag einen weiteren Abschiebeflug nach Afghanistan. Der Start ist für die frühen Morgenstunden gegen 1 Uhr vom Flughafen Leipzig/Halle mit dem Ziel Kabul vorgesehen. Es wäre die zweite deutsche Sammelabschiebung zum Taliban-Regime, von der auch Afghanen betroffen sind, die strafrechtlich unbescholten sind. Im Juli hatte die Bundesregierung die Beschränkung von Abschiebungen auf Straftäter und sogenannte Gefährder aufgehoben.
Damit können auch bisher geduldete abgelehnte afghanische Asylbewerber sowie Afghanen, deren Schutzstatus widerrufen wird, abgeschoben werden. Ende 2025 waren laut einer Auskunft der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage im Bundestag 8013 solcher Widerrufsverfahren im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) anhängig. Parallel sank die Schutzquote für junge Afghanen. In den vergangenen Tagen wurden dem Vernehmen nach weitere afghanische Staatsbürger Taliban-Diplomaten vorgeführt, um die zur Abschiebung notwendigen Dokumente zu bekommen. Auf der Grundlage des im Juni aktualisierten Abschiebedeal der Bundesregierung mit den Taliban sind jetzt bis zu drei solcher Flüge pro Monat möglich.












