Der ukrainische Präsident Selenskyj hat den westlichen Partnern des Landes vorgerechnet, wie viele Patriot-Raketen das Land für den kommenden Winter braucht, um die russischen Angriffe mit ballistischen Raketen abzuwehren, die Nacht für Nacht verheerende Schäden anrichten. Es sind 300 Raketen. Das ist eine hohe Zahl bei diesem teuren Waffensystem, das nicht in großen Mengen hergestellt wird.Wenn der deutsche Außenminister Wadephul nun also in Kiew verspricht, sich bei den Verbündeten und bei der Bundeswehr noch mal für Nachschub einzusetzen, dann ist ein Erfolg nicht garantiert. In Amerika herrscht wegen des Irankriegs Munitionsmangel, dort hat man schon abgewinkt. Auch in Europa muss sich jedes Land genau überlegen, was es angesichts der russischen Aggression zur eigenen Verteidigung vorhalten muss. Das gilt auch für Deutschland.Nicht vornehmlich auf Amerika setzenZu Beginn des Kriegs galt der Grundsatz, dass die Unterstützung der Ukraine nicht auf Kosten der eigenen Fähigkeiten gehen dürfe. Er ist unverändert richtig, gerade auch angesichts der Drohungen und Eskalationsbereitschaft auf russischer Seite.Deshalb sollten weitere Waffenlieferungen an Kiew von einer raschen Ausweitung der westlichen Produktion begleitet werden. Auf Amerika sollte man dabei nicht mehr vornehmlich setzen, auch aus den bekannten politischen Gründen. Es gibt eine französisch-italienische Alternative; auch Deutschland sollte sie in Betracht ziehen.
Ukrainekrieg: Europa muss mehr Abwehrwaffen produzieren
Die Ukraine braucht dringend Hilfe zur Abwehr ballistischer Raketen aus Russland. Dafür muss der Westen vor allem die Produktion ausweiten.










