Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj klingt zunehmend verzweifelt. Ein furchterregender Winterbeschuss durch russische Raketen stehe offensichtlich bevor, erklärte er am Wochenende, gleichzeitig habe Kiew nur noch eine einzige PAC-3-Patriot-Abfangrakete übrig. Selenskyj hat etwa sechs Monate Zeit, um weitere zu beschaffen.

Die Chancen auf neue Raketenlieferungen sind auf nahezu null gesunken. Selenskyj hatte während des Nato-Gipfels in Ankara mit US-Präsident Donald Trump verhandelt, um eine Lizenz zur Herstellung der einzigen Rakete zu erhalten, die Russlands tödliche ballistische Raketen ausschalten kann. Doch Trump ruderte weniger als eine Woche später von seiner Zusage zurück, nachdem er ein Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führte.

Selenskyj bat Trump außerdem um eine Notfalllieferung von 300 Abfangraketen aus US-Beständen. Eine Bestandsaufnahme der US-Bestände ergab jedoch laut dem Center for Strategic & International Studies (CSIS), dass das US-Militär nach dem ersten Monat des Iran-Kriegs nur noch über 759 Abfangraketen verfügt. Selenskyj forderte ein Drittel der verbleibenden US-Bestände an PAC-3-Raketen, und Trump lehnte dies ab. „Wir brauchen sie selbst.“