Der Geruchssinn von Katzen ist rund 14- bis 40-mal feiner als der des Menschen. Sie können Duftmarken im Urin anderer Tiere erkennen und so Informationen aufnehmen. Wie genau das funktioniert, war bislang unklar, da sich viele molekulare Bestandteile der Gerüche schnell auflösen. Forschende haben die Mechanismen nun detailliert entschlüsselt.In der Studie rochen die Tiere an bekannten Duftmarken nur kurz – selbst dann, wenn sie dem Geruch über Monate nicht wieder ausgesetzt waren. Daraus folgerte das Team, dass die Düfte im Gedächtnis der Tiere über längere Zeiträume abgespeichert werden.

Flehmen als HinweisgeberAn Urin von unbekannten Katzen rochen die Tiere deutlich länger. Dabei zeigten sie vermehrt das sogenannte Flehmen, das bei vielen Säugetieren vorkommt: Dabei riechen sie mit geöffnetem Maul. Diese Reaktion machte sich das Team für die weitere Untersuchung zunutze: »Nachdem wir bestätigt hatten, dass Katzen zwischen individuellen Uringerüchen unterscheiden können, nutzten wir die Flehmen-Reaktion als Hinweis, um jene Urinmoleküle zu identifizieren, die zur individuellen Dufterkennung beitragen«, erläutert Studienleiter Miyazaki. So identifizierten die Forscher schließlich die 13 BFA-Verbindungen.