Ein Tisch aus massivem Holz, Dielen, Wandbänke. Im Idealfall ein Kachelofen. Und Wirte, die ihren Gästen für ein paar Stunden eine Heimat geben. Das beschreibt für mich die Seele des deutschen Gasthauses. Ein Ort, an dem es ums gesellige Zusammensein geht und die verrückte Welt draußen bleibt.

Nur leider ist dieser Lokaltypus aus vorindustrieller Zeit selten geworden. Vor allem auf dem Land schließt seit Jahren ein Traditionsbetrieb nach dem anderen. Pizza, Döner, Sushi und Burger haben die deutsche Wirtshausküche vielerorts verdrängt. Oder ehrlicher gesagt: die Grundversorgung übernommen. Denn häufig sind es zugezogene Familien, die sich den gastronomischen Knochenjob in den Dörfern überhaupt noch antun.

Eine Liebeserklärung an die deutsche Küche

Zum Glück leben wir in Berlin. Hier passiert bisweilen das Gegenteil. Hier eröffnet ein Gasthaus. Natürlich nicht als nostalgische Kopie, sondern als zeitgemäße Interpretation. Das Trio machte es vor, das Luna D'Oro folgte, dann das Norms. Und seit einigen Monaten gehört noch ein weiterer Ort dazu: das Luzii in der Rosa-Luxemburg-Straße.

Keine Ahnung, vielleicht haben die Macher – eine Betreibergesellschaft namens The Lodge, die auch mit dem Hotel Weinmeister und dem Lux11 verbandelt ist – einfach das Trio beobachtet, das mittags wie abends brechend voll ist, und sich gedacht: Das können wir auch. Frei nach dem gastronomischen Grundsatz: Wenn du einen gut laufenden Laden siehst, dann mach gleich daneben eine Kopie auf.