Die Bewohner des Ortsteils Gey in Hürtgenwald dürfen in ihre Häuser zurück. Das hat der Landrat des Kreises Düren am Samstag entschieden. Die 1.800 Bewohner hatten in der Nacht auf Freitag wegen des Waldbrandes in der Nordeifel das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt.„Der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“Der Landrat hatte am Abend noch ein Gewitter und mögliche starke Winde, welche die Flammen wieder hätten anfachen können, abgewartet, bevor die Entscheidung für die Rückkehr der Bewohner gefallen war. Seit Donnerstagnachmittag kämpfen über 1.400 Einsatzkräfte gegen die Flammen im Hürtgenwald in der Eifel. Nach Angaben des Kreises Düren sind etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen.Unterdessen bittet die nordrhein-westfälische Stadt Monschau wegen des großen Waldbrandes im Hohen Venn die Bewohner mehrerer Siedlungen, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Menschen in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau und Plattevenn, teilte die Stadt an der deutsch-belgischen Grenze auf ihrer Facebook-Seite mit.Wenn möglich, sollten Anwohner bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Die Einrichtung von Notunterkünften werde vorbereitet. Es handele sich zunächst um eine vorbeugende Maßnahme, hieß es weiter. Auf belgischer Seite sei am Samstag die Evakuierung der Orte Küchelscheid und Leykaul eingeleitet worden.Der in Belgien an der Grenze zu Deutschland wütende Waldbrand betrifft mittlerweile etwa eine Fläche von 1.600 Hektar. Das berichtet die Nachrichtenagentur Belga. Das Feuer sei „der größte Brand, den Belgien je erlebt hat“, zitiert unter anderem der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker. Zuvor hatte Belgien am Samstag andere Länder der Europäischen Union um Unterstützung gebeten.Etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten wurden laut Belga angewiesen, ihre Häuser zu verlassen – wegen des sich rasch ausbreitenden Brandes, wechselnder Windrichtungen und starker Rauchentwicklung. Das Feuer war am Freitagnachmittag ausgebrochen.Kirmes in Rheinland-Pfalz abgesagtFolgen der Brände waren auch im benachbarten Rheinland-Pfalz zu spüren: Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem aktuellen Wind und Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.„Es sind derzeit keine Flächen- oder Waldbrände im Dienstgebiet des Polizeipräsidiums bekannt und es droht derzeit keine Gefahr durch diese Brände“, hieß es allerdings weiter.Wegen des Rauchs wurde zudem am Samstag eine Kirmes in Wittlich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz unterbrochen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilte. Die Verantwortlichen halten demnach die Entwicklung der Lage kontinuierlich im Blick. Bei der am Freitag gestarteten Säubrennerkrimes handelt es sich um eines der größten Feste in der Region.