Bei der Leichtathletik-EM in Birmingham kritisiert die deutsche Athletin Smilla Kolbe im ZDF den Rassismus der Fans. Eine notwendige und große Geste.

E s war ein bemerkenswerter Auftritt von Smilla Kolbe. Rassistische Anfeindungen gegenüber Sportlerinnen und Sportlern bei der Leichtathletik-EM in Birmingham waren bis zum Donnerstagnachmittag nicht wirklich ein Thema.

Das lag nicht daran, dass es diese nicht gegeben hätte. Sie sind zur Normalität geworden. Bei sportlichen Großveranstaltungen sind in den letzten Jahren Athletinnen und Athleten zunehmend rassistischer Hetze im Internet ausgesetzt. Nur bei besonders hohen Ausschlägen dieser Hasswellen im Netz wird vornehmlich mit den davon Betroffenen darüber gesprochen.

Der deutschen 800-Meter-Läuferin Smilla Kolbe, aufgewachsen in der Region Hannover, war es nun ein Anliegen, diese rassistische Normalität in Deutschland aus ihrer privilegierten Position heraus zu thematisieren. „Darf ich eine Sache sagen?“, fragte sie die Reporterin vom ZDF, die sie zuvor zu ihrem tragisch knappen Ausscheiden um zwei Hundertstelsekunden im EM-Halbfinale interviewt hatte. Kolbe hätte so kurz nach dem Rennen also eigentlich genug Grund gehabt, mit sich selbst beschäftigt zu sein.