Mr MarketSMG muss jetzt liefernDas Schweizer Digital- und Medienunternehmen kämpft mit automatisierten Sicherheitstools gegen Betrugsversuche auf seinen Onlinemarktplätzen. Anleger warten zudem auf den Beweis, dass sich die Profitabilität trotz der KI-Sorgen rund um das Geschäftsmodell verbessert – und der Abwärtstrend der Aktien endet.Geschätzte Leserin, geschätzter LeserOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Ferienzeit ist für die Schweizer Verkaufsplattformen wie Ricardo und Tutti traditionell eine Phase mit hoher Aktivität. Doch wo viel Ware die Besitzer wechselt, werden auch Betrüger angelockt.Ein aktueller Warnhinweis von Ricardo, der mich vergangene Woche per E-Mail erreichte, unterstreicht die Gefahr: «Wir beobachten derzeit eine leichte Zunahme von Betrugsversuchen nach einem Verkauf. Dabei behaupten Käuferinnen und Käufer, die Zahlung bereits vorgenommen zu haben, und senden einen Link zu einer gefälschten Website, die Ricardo oder Twint nachahmt. Ziel ist es, Login-Daten für Ricardo, Twint oder gar das E-Banking zu stehlen».Vertrauen wird geschwächtFür die Swiss Marketplace Group (SMG), die Eigentümerin von Plattformen wie Ricardo, Tutti und Anibis, sind solche Betrugsmaschen ein gravierendes Problem. Das Vertrauen in ihre Marktplätze wird dadurch geschwächt.Auch im Umfeld von Tutti ist immer wieder von sogenannten Quishing-Fällen die Rede. Der Begriff leitet sich aus den Wörtern «QR-Code» und «Phishing» ab. SMG erklärt das Vorgehen so: Vermeintlich interessierte Käufer drängen die Verkäufer auf eine Kommunikation ausserhalb der Plattform, senden ihnen dann meistens per WhatsApp oder SMS Links oder QR-Codes für die Eingabe von Kreditkarten-, Bank- oder Twint-Daten, um angeblich eine Zahlung zu erhalten. Dabei werden die Verkäufer oft auf täuschend echte, aber gefälschte Marktplatz-, Bank- oder Twint-Login-Seiten weitergeleitet. Geben sie dort ihre Zugangs- oder Kartendaten ein, können die Betrüger auf die Konten zugreifen und diese plündern.Betrugsfälle konnten reduziert werdenUm dem entgegenzuwirken, investiert SMG in automatisierte Sicherheitstools. Auf Anfrage von The Market berichtet das Unternehmen von einem deutlichen Rückgang: «Unsere Online-Marktplätze konnten den Betrug letztes Jahr innerhalb weniger Monate um 90% senken.» Derzeit bewegten sich die Vorfälle laut SMG bei Tutti und auch bei Ricardo im Promillebereich im Vergleich zu den erfolgreichen Transaktionen. «Die von Ihnen privat erhaltene E-Mail von Ricardo ist ein Beispiel dafür, wie wir unsere Nutzer proaktiv über neue oder sich ändernde Betrugsmuster aufklären, um mögliche Betrugsversuche zu verhindern», heisst es. Es sei jedoch kein Zeichen dafür, dass Betrugsfälle auf Ricardo per se zunehmen würden.Dennoch bleibt das Thema ein kritischer Faktor. Analysten, wie etwa das Team von Berenberg, identifizieren das Betrugsrisiko als eine der grössten Herausforderungen für das Geschäftsmodell von Marktplattformen. Insgesamt geben sich die Analysten aber optimistisch und empfehlen die Aktien von SMG seit Juni zum Kauf.Ob die getroffenen Sicherheitsmassnahmen ausreichen, um Wachstum und Profitabilität nachhaltig zu schützen, wird auch ein Thema sein, wenn SMG am 25. August die Zahlen für das erste Halbjahr präsentiert.Die Titel sind angesichts eines Jahresverlusts von rund 19% und der beachtlichen Distanz zum Schlusskurs vom ersten Handelstag (49 Fr.) jetzt auf positive Impulse angewiesen.Die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) erwarten solide Zahlen für das erste Halbjahr 2026. Ein Umsatzwachstum am unteren Ende der Jahresguidance von 10 bis 12% sollte möglich sein. Eine starke Dynamik sollte sich in den drei wichtigsten Verticals zeigen: Real Estate (+13,2% auf 89,9 Mio. Fr.), Automotive (+10,6% auf 43,8 Mio. Fr.) sowie General Marketplaces (+6,5% auf 19,1 Mio. Fr.). Der kleinste Bereich, Finance & Insurance, könnte einen schweren Stand haben, hier rechnet das ZKB-Team mit einem schrumpfenden Umsatz.Hohe Einmalkosten entfallenHinsichtlich der Profitabilität könnte eine Verbesserung gelingen: «Wir rechnen mit einem Anstieg der bereinigten Ebitda-Marge um 220 bp auf 56,5%, während alle rapportierten Zahlen vermutlich deutlich über dem Vorjahr liegen dürften, in dem hohe ausserordentliche Kosten unter anderem für aktienbasierte Vergütungen im Zusammenhang mit dem Börsengang angefallen sind».Die schwache Aktienperformance im laufenden Jahr führen die Analysten auf übertriebene Sorgen über die disruptiven Auswirkungen von KI auf den Sektor zurück. Auch ich hatte diesbezüglich meine Bedenken mehrfach geäussert. Zumal vergleichbare Konkurrenten von SMG, wie etwa die britische Rightmove, ebenfalls stark darunter leiden und angekündigt haben, massiv in neue KI-Schutzmassnahmen zu investieren.Ich hoffe, SMG wird am 25. August ein Befreiungsschlag gelingen.Freundlich grüsst im Namen von Mrs MarketCarla Palm
SMG kämpft gegen Online-Betrüger. Anleger warten auf einen Befreiungsschlag.
Das Schweizer Digital- und Medienunternehmen kämpft mit automatisierten Sicherheitstools gegen Betrugsversuche auf seinen Onlinemarktplätzen.






