Zwei Szenen aus den vergangenen Tagen zeigen, wie angespannt das Verhältnis zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und dem ukrainischen Botschafter in London, Ex-Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj, mittlerweile ist. Im politischen Kiew ist es ein offenes Geheimnis, dass Saluschnyj großes Interesse hat, der nächste ukrainische Präsident zu werden. Machtmensch Selenskyj versucht hingegen Debatten um das Präsidialamt an der Bankowa-Straße schon im Keim zu ersticken.
Anfang August traf der ukrainische Staatschef in Kiew den britischen Verteidigungsminister Wes Streeting – den ersten offiziellen Vertreter der neuen Regierung von Andy Burnham, der die Ukraine besuchte. Auf ukrainischer Seite nahmen der Erste Stellvertreter des Präsidialamtschefs, Serhij Kyslyzja, sowie der für die Beziehungen zur Armee zuständige Vizechef Pawlo Palisa teil. Saluschnyj, der als Botschafter in Großbritannien residiert und als früherer Armeechef mit der besprochenen Materie – unter anderem der Raketenabwehr – bestens vertraut wäre, fehlte jedoch.
Saluschnyjs Beraterin Oksana Torop erklärte gegenüber ukrainischen Medien, der Botschafter sei zu dem Treffen „nicht eingeladen“ worden. Selenskyjs Berater Dmytro Litwin widersprach dem kurze Zeit später. Die Teilnahme an solchen Treffen sei eine „Initiativgeschichte“, Saluschnyj habe sich demnach gar nicht gemeldet, sondern angeblich einen anderen Termin bevorzugt. Aus dem Umfeld des Botschafters hieß es dagegen laut dem Portal Strana, Saluschnyj habe von dem Treffen mit den Briten erst nach dessen Ende erfahren.






