Startseite

Politik

Konjunktur

Bundesregierung: Niedrigwasser wird zum Konjunkturrisiko Viele Frachtschiffe können wegen der leeren Flüsse nicht voll beladen werden. Das belastet den Transport und die Produktion. Die deutsche Wirtschaftsleistung könnte in der Folge schrumpfen.

Ein Tankschiff passiert eine Sandbank bei Oberwesel. Die niedrigen Wasserstände behindern die Schifffahrt. Foto: Thomas Frey/dpaBerlin. Die deutsche Konjunktur wird der Bundesregierung zufolge durch das Rekord-Niedrigwasser auf vielen Flüssen ausgebremst. Frühindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima und der Einkaufsmanagerindex zeigten für das laufende dritte Quartal zwar eine positive Einschätzung für die weitere Entwicklung, schreibt das Wirtschaftsministerium in seinem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht.„Mit den aktuellen Niedrigwasserständen auf wichtigen deutschen Binnengewässern ist jedoch das Risiko für temporäre, regionale Materialengpässe vor allem in der Mineralöl-, Chemie-, Bau- und Stahlindustrie gestiegen“, heißt es darin. Das könne dazu führen, dass die wirtschaftliche Entwicklung vorübergehend belastet werde.Zwar hätten viele Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Transportlogistik umgestellt. Sie hielten größere Lagerbestände vor und nutzten verschiedene Transportwege, um ihre Lieferketten resilienter zu machen. „Dennoch zeichnet sich aufgrund der geringeren Beladungskapazität vereinzelt ein deutlicher Anstieg der Transportkosten ab.“Abhängig von der Dauer der Niedrigwasserstände seien hierdurch zeitweise Einschränkungen bei der Produktionstätigkeit betroffener Unternehmen zu erwarten. Höhere Transport- und Güterkosten könnten zudem regional- und produktspezifisch preistreibend sein.Besonders auf dem Rhein – einer der wichtigsten Binnenwasserstraßen Europas – sind die Pegelstände extrem niedrig. An der wichtigen Engstelle Kaub bei Koblenz wurden am Donnerstag nur noch zwölf Zentimeter gemessen. Viele Frachtschiffe können nur noch mit einem Viertel oder Fünftel der möglichen Lademenge bestückt werden.Deutsche Wirtschaft könnte schrumpfenDen Experten des Beratungsunternehmens Oxford Economics zufolge könnte das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal dadurch um bis zu 0,2 Prozentpunkte reduziert werden. Das könne ausreichen, um Europas größte Volkswirtschaft im Sommer schrumpfen zu lassen. Zuvor war sie drei Quartale in Folge gewachsen.„Für den deutschen Außenhandel wird die Situation zunehmend problematisch“, sagte auch der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Der Rhein sei eine zentrale Verbindung zu den Seehäfen, insbesondere Rotterdam.Hitze Rheinpegel erreicht bei Köln historischen Tiefstand Sinkende Transportkapazitäten, höhere Frachtkosten und längere Transportzeiten erhöhten das Risiko, dass Vorprodukte und Rohstoffe verspätet in Deutschland ankommen oder Exportwaren nicht rechtzeitig ihre Bestimmungsorte erreichen. Auch Ausweichmöglichkeiten auf Lkw und Bahn seien aufgrund begrenzter Kapazitäten und des anhaltenden Fahrermangels eingeschränkt.Dabei haben die Exporteure gerade erst Tritt gefasst: Die deutschen Ausfuhren wuchsen im Juni den fünften Monat in Folge und erreichten mit 139,3 Milliarden Euro einen Rekordwert. rtr Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt