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Mögliche Engpässe: Rhein kaum noch schiffbar – Minister fordern Konsequenzen Das Niedrigwasser am Rhein wirkt sich auf Transportketten aus und könnte sogar den jüngsten Exportaufschwung bremsen. Die Politik fordert Maßnahmen.
Das Niedrigwasser am Rhein könnte sich bald auch im Bau bemerkbar machen. Foto: Thomas Frey/dpaDer nach Wochen der Trockenheit historisch niedrige Wasserstand des Rheins hat die Binnenschifffahrt auf Europas wichtigster Wasserstraße in weiten Teilen zum Erliegen gebracht. Logistiker und Industrieunternehmen suchen händeringend nach Ausweichmöglichkeiten auf Schiene und Straße, der Außenhandel warnte am Mittwoch vor massiven Schäden für die deutsche Exportwirtschaft. In der Bundesregierung werden derweil unterschiedliche Schlussfolgerungen aus dem Niedrigwasser gezogen: Während sich der Verkehrsminister für einen Ausbau der Wasserstraßen ausspricht, fordert das Umweltministerium mehr Renaturierung.Am Rheinpegel Kaub bei Koblenz fiel der Wasserstand nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) auf zwölf Zentimeter. Damit wurde der bisherige Negativrekord von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018 weit unterboten. „Die Nord-Süd-Schifffahrt kommt an diesem Punkt faktisch zum Erliegen“, sagte ein Rohstoffhändler. Einige Schiffe säßen südlich von Kaub fest, andere kehrten auf der Suche nach Aufträgen nach Norden um. Schiffe auf den nördlichen Rheinabschnitten fahren Händlern zufolge oft nur noch mit einem Fünftel ihrer üblichen Ladung, um nicht auf Grund zu laufen.Die extremen Wasserstände wirkten sich auf die Transportketten aus, teilte die Reederei Hapag-Lloyd mit. Für Ziele am Mittel- und Oberrhein müssten Container zunehmend auf die Schiene oder den Lkw verlagert werden. Auch der Logistiker RheinCargo organisiert nach eigenen Angaben bis mindestens Ende September zusätzliche Güterzüge, um die zum Salzgitter-Konzern gehörenden Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg mit Kohle aus Rotterdam zu versorgen.Wirtschaft von oben Am Rhein bleiben Frachtern nur noch 125 Zentimeter Wasser Die Dürre in Deutschland legt wichtige Lebensadern der Industrie nahezu still. Satellitenbilder zeigen, wie ernst die Lage ist. von Sebastian SchugNormalerweise transportiert die Logistikgruppe täglich rund 24.000 Tonnen Kohle und Erz über den Rhein zu dem Stahlwerk, wegen des Niedrigwassers sind es aktuell jedoch nur 14.500 Tonnen. Der Baustoffkonzern Heidelberg Materials sprach von einem spürbar erhöhten organisatorischen Aufwand, betonte aber, die Auswirkungen seien bislang überschaubar.Die logistischen Engpässe drohen den jüngsten Exportaufschwung auszubremsen. Entsprechend alarmiert äußerte sich der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura. „Für den deutschen Außenhandel wird die Situation zunehmend problematischer“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Sinkende Transportkapazitäten und längere Fahrzeiten erhöhten das Risiko, dass Vorprodukte verspätet ankämen oder Exportwaren ihre Ziele nicht rechtzeitig erreichten.„Ausweichmöglichkeiten auf Lkw und Bahn sind aufgrund begrenzter Kapazitäten und des anhaltenden Fahrermangels ebenfalls eingeschränkt“, sagte Jandura. Die Transportkosten seien in einigen Fällen auf das Vierfache gestiegen. Um die Wirtschaft kurzfristig zu entlasten, forderte der BGA-Chef eine vorübergehende Anhebung des zulässigen Gesamtgewichts für Lastwagen auf 44 Tonnen.In der Politik löste die Krise gegensätzliche Forderungen aus. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sprach sich für einen Ausbau der Wasserstraßen aus. „Wir brauchen einen Ausbau der Wasserstraße, um langfristig für mehr Zuverlässigkeit zu sorgen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zudem kündigte er an, sich in den Haushaltsberatungen für die volle Förderung von niedrigwassertauglichen Schiffen einzusetzen.Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) lehnte eine reine Vertiefung von Flüssen hingegen ab. Stattdessen brauche es einen Rückbau begradigter Kanäle hin zu natürlichen Flusslandschaften, um das Wasser besser in der Fläche zu halten. Schneider warnte vor den massiven wirtschaftlichen Schäden durch den Klimawandel: „Jeder, der bisher behauptet hat, Klimaschutz schadet der Wirtschaft, erlebt heute, dass kein vorhandener Klimaschutz der Wirtschaft schadet.“ rtr Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick















