Die Hitze und Trockenheit in Deutschland und weiten Teilen Europas sorgt zwar verschiedentlich für Einschränkungen bei der Stromerzeugung, eine flächendeckende Knappheit ist aber nicht zu befürchten. Das haben Experten dem Science Media Center versichert und darauf verwiesen, dass Staaten notfalls Strom in erheblichen Mengen importieren können. Andernfalls wäre derzeit aber etwa in Ungarn schon kein stabiler Netzbetrieb möglich, erklärt Leonhard Gandhi vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg.
Während vielerorts Kraftwerke gedrosselt werden müssen, weil sie nicht ausreichend gekühlt werden können, ist für die Stromerzeugung in Deutschland zunehmend der eingeschränkte Steinkohletransport über Flüsse ein Problem, die zu wenig Wasser führen, ergänzt er.
Ausfälle aus unterschiedlichen Gründen
Das Atomkraftwerk im ungarischen Paks liegt an der Donau und produziert im Jahresmittel etwa die Hälfte des im ganzen Lands erzeugten Stroms. Weil die notwendige Kühlwasserentnahme aufgrund der aktuellen Pegelstände des Flusses nicht mehr zuverlässig gewährleistet werden kann, ist es seit Tagen größtenteils außer Betrieb. In Rumänien musste aus demselben Grund der Reaktor Cernavodă 1 Ende Juli abgeschaltet werden. Auch in Frankreich waren auf dem Höhepunkt der jüngsten Hitzewelle 3,65 Gigawatt Kernkraftwerksleistung hitzebedingt nicht verfügbar, erklärt Gandhi. Gleichzeitig liege die Stromerzeugung aus Wasserkraft im Donau- und Alpenraum wegen der Trockenheit deutlich unter dem langjährigen Mittel.











