Kritiker der Energiewende lieben es, Blackouts vorherzusagen. Zwar mussten sie mit den Jahren ihre Prognosen anpassen, ab welchem Anteil erneuerbaren Stroms im Land das Licht ausgeht – aber die lieb gewordene Dunkelprophetie aufgeben wollten sie bisher nicht, mochte das Stromsystem auch noch so stabil sein. Oder war?Tatsächlich kam es in den vergangenen Wochen zu einigen Ausfällen. Schuld war allerdings nicht die Energiewende, sondern die marode Infrastruktur. In der Sommerhitze brannten Trafostationen und legten in einigen Orten die Stromversorgung lahm. Zum Glück konnte das meistens nach einigen Stunden behoben werden.Atomkraftkritiker sollten sich nicht zu sehr freuenOhnehin waren die Ausfälle hierzulande bisher nur lokal ein Problem. Andere Staaten treffen Hitze und Dürre derzeit härter. Wer wie Frankreich und Ungarn Atomkraftwerke mit Flusswasser kühlt, hat gerade ein Problem. Begleitend zu den Rekordtemperaturen werden an den Strömen des Kontinents immer neue Tiefstände gemeldet. Reaktoren müssen heruntergefahren werden und dokumentieren, dass selbst die Kernenergie nicht immer verfügbar ist. Entsprechend groß ist die Schadenfreude unter Atomkraftkritikern, die seit jeher zu den Erneuerbaren halten.Sie sollten sich nicht zu sehr freuen. Auch andere emissionsarme Energiequellen liefern gerade weniger Strom. In der heißen, stehenden Luft standen in den vergangenen Wochen immer wieder die Windkraftanlagen still. Die Wasserkraft schwächelt, weil zu wenig Wasser da ist. Biomasse für grünes Gas wächst auf ausgetrockneten Böden weniger nach. Nur Solarstrom gibt es gerade in Fülle. Aber seinem Wesen nach ist er nur tagsüber verfügbar; dabei braucht es in Hitzewellen gerade am frühen Abend viel Strom, um Gebäude zu kühlen.