Sonne und Wind sind unschlagbar günstig bei der Stromproduktion. Die sogenannten Gestehungskosten liegen laut Fraunhofer ISE weit unter denen von Biogas, Erdgas, Kernenergie oder Braun- und Steinkohle. Egal an welchem Standort die Ökokraftwerke in Deutschland stehen: Mittlerweile ist die Effizienz der Windturbinen und Solarpaneele so ausgereift, dass sie in Sachen Produktionskosten nicht zu unterbieten sind. Eine Windenergie-Anlage in Küstennähe produziert eine Kilowattstunde für unter fünf Cent; ebenso wie eine Solaranlage auf der grünen Wiese im Badischen.
Doch sobald der Strom im Netz verschwindet und dann zuhause, bei Handwerk oder Industrie aus der Steckdose kommt, ist er sündhaft teuer und liegt im europäischen Vergleich in den Top 3: 39 Cent müssen deutsche Haushalte laut Statistischem Bundesamt im Schnitt für die Kilowattstunde berappen, größere Verbraucher mit Mengenrabatt etwa 27 Cent und ganz große Industrieverbraucher mit Zuschüssen und Subventionen immerhin noch gut 17 Cent. Wie ist das möglich? Was passiert da zwischen grüner Wiese und Steckdose?
Trittin, Röttgen, Altmaier: Weichen für die Energiewende gestellt
Zwischen Windrädern und Verbrauchern liegen das Stromnetz und der Stromhandel. Ein Grund für den schnellen Aufwuchs von niedrigen Produktionskosten hin zum großen Endkundenpreis ist das Stromnetz aus dem letzten Jahrhundert. Es ist nicht für die Produktion von Ökostrom ausgelegt, ist viel zu klein und platzt aus allen Nähten. Wie ein uraltes Abwasserrohr ist das deutsche Netz mal frei, mal blockiert und mal verstopft. So lässt sich kein effizienter Handel treiben, denn je nach Wetterlage sind die Preise exorbitant hoch oder unterirdisch niedrig. Doch selbst 26 Jahre nach Beschluss des ersten Erneuerbare-Energien-Gesetzes unter dem grünen Bundesumweltminister Jürgen Trittin ist es nicht wesentlich gewachsen oder entsprechend renoviert.








