Es klingt paradox: Je besser das Wetter, desto mehr Strom produzieren Photovoltaikanlagen – und desto häufiger fällt der Strompreis ins Negative.Am Sonntag wurden bis 11 Uhr zeitweise rund 10,5 Gigawatt (GW) mehr Strom erzeugt als verbraucht. Der Preis fiel deshalb ins Minus: Stromerzeuger mussten faktisch dafür zahlen, dass ihr Strom abgenommen wurde. Doch was steckt dahinter?

Viel Solarstrom, zu wenig Speicher

Dass an sonnigen Wochenenden deutlich mehr Strom produziert als verbraucht wird, ist in Deutschland inzwischen kein ungewöhnliches Phänomen mehr. Grund dafür ist der massive Ausbau der Solarenergie. Da jedoch weiterhin zu wenige Speicherkapazitäten vorhanden sind, muss überschüssiger Strom kurzfristig ins Netz abgegeben oder exportiert werden.

Negative Strompreise bedeuten allerdings nicht automatisch, dass das Stromnetz überlastet ist oder kurz vor einem Kollaps steht. Zwar können bei hoher Einspeisung und gleichzeitig geringer Nachfrage regionale Engpässe entstehen, diese werden jedoch meist durch Eingriffe der Netzbetreiber abgefangen. Größere steuerbare Anlagen lassen sich gezielt herunterregeln. Für viele kleinere Photovoltaikanlagen gilt das nur eingeschränkt. Da in Deutschland inzwischen mehrere Millionen Solaranlagen gleichzeitig Strom einspeisen, kann dies das Netz zusätzlich belasten.