Deutschland verzeichnet immer häufiger negative Strompreise. Nach aktuellen Daten des Hamburger Energieunternehmens 1Komma5Grad könnte 2026 sogar das bisherige Rekordjahr 2025 übertreffen. Bis einschließlich Mai wurde Strom an der Börse bereits in 242 Stunden zu negativen Preisen gehandelt – mehr als in den Gesamtjahren 2020 oder 2022.

Als Ursache gelten vor allem Zeiten mit hoher Solar- und Windstromproduktion, in denen Angebot und Nachfrage am Strommarkt aus dem Gleichgewicht geraten. „In den nächsten Jahren rechnen wir mit einer Zunahme negativer Preise an der Börse“, sagte Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1Komma5Grad. Grund sei, dass der Ausbau der Stromnetze und Speicher nicht mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien mithalte. „Die Erneuerbaren liefern sauberen und günstigen Strom, aber unsere Infrastruktur hinkt hinterher“, so Schall.

Negative Strompreise haben sich fast versechsfacht

Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie stark die Zahl negativer Strompreisstunden inzwischen zunimmt. Während 2016 lediglich 97 Stunden mit negativen Strompreisen registriert wurden, waren es im Rekordjahr 2025 bereits 573 Stunden. Damit hat sich die Zahl innerhalb von neun Jahren nahezu versechsfacht.