Für das Pfingstwochenende drohen am deutschen Strommarkt erneut negative Preise. Deutschland erwartet ein sonniges und vielerorts warmes Feiertagswochenende – viel Solarstrom trifft dabei auf eine schwache Feiertagsnachfrage. Laut Angaben der Strombörse Epex Spot wird Strom für Sonntagmittag am Day-Ahead-Markt bereits mit minus 87 Euro je Megawattstunde gehandelt.Bereits am 1. Mai hatte eine ähnliche Konstellation zu extremen Marktbewegungen geführt. Damals fiel der Strompreis am Day-Ahead-Markt auf die Untergrenze von minus 499 Euro je Megawattstunde, auf dem Intraday-Markt wurden laut Branchenangaben sogar Werte von bis zu minus 855 Euro erreicht – der tiefste bislang bekannte Wert im deutschen Stromsystem. Laut Energieexperten entstanden dadurch damals Zusatzkosten von mehr als 100 Millionen Euro für Steuerzahler und Stromverbraucher. Nun wächst die Sorge, dass sich dieses Szenario über Pfingsten zumindest teilweise wiederholen könnte.

Warum an Feiertagen zu viel Strom im Netz landet

Das Muster ähnelt sich dabei immer wieder: An Feiertagen und langen Wochenenden sinkt die Stromnachfrage häufig deutlich. Gleichzeitig speisen Solaranlagen bei sonnigem Wetter große Strommengen ins Netz ein. Treffen zusätzlich günstige Windbedingungen hinzu, kann kurzfristig deutlich mehr Strom produziert werden, als verbraucht, gespeichert oder transportiert werden kann.