Er mag viel zu heiß gewesen sein in diesem Jahr, aber aus Küchensicht möchte man eigentlich nicht, dass der Sommer jemals endet. Wann sonst gibt es schon so viel perfekt reifes, geschmacklich fantastisches Obst und Gemüse? Erste Äpfel, letzte Erdbeeren, Zucchini, Auberginen, vor allem aber: Tomaten, die man nur jetzt in einer einzigartigen Sortenvielfalt bekommt. In diesem Text soll es darum gehen, wie man ihr Aroma für den Winter konserviert.Wenn Tomaten für viele ein fast mystifiziertes Lieblingsgemüse sind, dann liegt das nicht zuletzt daran, dass vor allem gute, reife Früchte vier der fünf Geschmacksrichtungen abdecken, die der Mensch erkennen kann. Zum Vergleich: Viele Gemüsesorten vereinen gerade einmal zwei Geschmäcker.Weiß und Rosé:15 tolle Sommerweine für unter 15 EuroUnsere Weinautorin empfiehlt ihre Favoriten aus Deutschland und Österreich mit einem fantastischen Preis-Leistungs-Verhältnis.Das Fruchtfleisch einer reifen Tomate schmeckt süß und sauer. Die winzigen Kerne sind ein bisschen bitter, sie steuern damit Spannung und Ausgewogenheit bei. Vor allem aber enthalten sie einen hohen Anteil an Glutaminsäure, was bekannt ist, seit der britische Starkoch Heston Blumenthal sich die Mühe machte, die Kerne von der Universität Reading auf ihre geschmacklichen Eigenschaften untersuchen zu lassen. Schon Tomatenkerne können zum Beispiel eine Pastasauce würziger und aromatischer machen, auch das Gelee, das die Kerne in der Tomate umgibt, ist besonders würzig und herzhaft (umami). Nur salzig sind Tomaten nicht, aber da lässt sich ja leicht mit einer Prise nachhelfen, dann ist ein Tomatengericht geschmacklich komplett.Mit Eiweiß lässt sich Tomatenpulpe binnen Minuten klärenDie hohe Früchtequalität zur Erntesaison sollte man nutzen, um Tomaten haltbar zu machen. Sie einzukochen, zu trocknen oder eine Essenz daraus zu gewinnen, in der die Aromen konzentriert sind. Tomatenessenz lässt sich leicht aus frischen Tomaten kochen, aber auch aus Dosenware (da gibt es qualitative Unterschiede, und es lohnt sich, Testergebnisse dazu zu lesen), wie dieses so einfache wie empfehlenswerte Rezept von Jaspar Wcislo zeigt.Für die Essenz 500 g gewürfelte Tomaten oder den Inhalt einer kleinen Dose Tomaten (400 g) sowie 1–2 mittlere frische, gewürfelte Tomaten (optional) in einen kleinen Topf geben, außerdem nach Geschmack 1 Handvoll Basilikumblätter, 2–3 Knoblauchzehen in Scheiben und 1 große Prise Salz zufügen (die Aromaten kann man variieren, den Knoblauch etwa weglassen). Dann zwei Eier trennen (das Eigelb anderweitig verwenden, etwa für Aioli), das Eiklar in den Topf geben und alles mit einem Pürierstab homogen mischen.Die Mischung bei mittlerer Hitze auf dem Herd für 5–10 Minuten kontrolliert köcheln lassen. Nun beginnt die Magie: der Klärprozess des Eiklars, den sich Profiküchen oft zunutze machen. Durch die Hitze stockt das Eiweiß, bindet dabei Fasern, unerwünschte Partikel und Schwebstoffe und steigt größtenteils nach oben. An der Oberfläche bildet sich oft eine pink-weiße Haube. Am Ende gießt man alles durch ein sehr feines Sieb, ein Tuch oder einen Kaffeefilter, und übrig bleibt die klare Tomatenessenz. Die abgekühlte Essenz in eine saubere Flasche füllen. Im Kühlschrank hält sie sich wenige Tage, sie lässt sich aber perfekt einfrieren. Tomatenessenz ist ein Aromabooster für Saucen, Suppen oder Vinaigretten. Sie bringt den Sommer auch zu Weihnachten noch verlässlich auf den Tisch.Das braucht man dazu- 500 g Tomaten oder 1 kleine Dose Tomaten (400 g)- 1 Handvoll Basilikum- 2–3 Knoblauchzehen- 1 große Prise Salz- 2 Eiklar
So geht die perfekte Tomatenessenz
Es dauert keine 20 Minuten, um alle Aromen der Tomate in einer Flüssigkeit zu konzentrieren, die in der Küche ein wahres Wundermittel ist.









