Jetzt ist wieder dieser Moment im Jahr, in dem Menschen wegen eines bestimmten Lebensmittels ins Schwärmen geraten. In einer kleinen Schale, rot, gelb, grün, gestreift, fast schwarz, birnenförmig oder rund. Sie riechen nach Sommer: Tomaten.

Vielfalt schlägt Einheitsrot

Wer jetzt über den Wochenmarkt schlendert oder in einem gut sortierten Supermarkt einkauft, wird feststellen, dass sich etwas verändert hat. Tomaten sind jetzt leuchtend rot und stechen einem richtig ins Auge. Und sie dürfen wieder nach Tomaten schmecken. Lange genug mussten wir uns mit makellosen, aber vollkommen charakterlosen Exemplaren zufriedengeben, hart wie Tennisbälle, perfekt für den Transport, aber völlig ungeeignet für jeglichen Genuss. Inzwischen scheint aber angekommen zu sein, was Verbraucher seit Jahren fordern: Aroma. Und Vielfalt schlägt Einheitsrot.

Heute liegen wieder Ochsenherz-, San-Marzano-, Ananas-, Dattel-, Zebra- oder Kirschtomaten nebeneinander. Jede bringt ihren eigenen Style mit. Die eine süß und fast fruchtig, die andere würzig und wieder eine mit feiner Säure oder erstaunlicher Tiefe. Endlich ist aus der Tomate wieder ein Lebensmittel mit Persönlichkeit geworden. Dabei ist die Tomate in Europa eigentlich ein erstaunlicher Spätstarter.