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Wirtschaft von oben

Der Rhein bei Kaub wird zum buchstäblichen Nadelöhr für die deutsche Wirtschaft. Foto: LiveEO/Sentinel Wirtschaft von oben – Niedrigwasser: Wo dem Rhein der Sand bis zum Hals steht Die Dürre in Deutschland legt wichtige Lebensadern der Industrie nahezu still. Satellitenbilder zeigen, wie ernst die Lage ist. Wirtschaft von oben ist eine Kooperation mit LiveEO.

Die Schifffahrt am Rhein war nie ungefährlich, weder zu Zeiten der sagenumwobenen Loreley, noch heute. Damals wie heute lauert die Gefahr jedoch nicht in Form einer mystischen Jungfrau, sondern in Gestalt von Untiefen, Felsen und Sandbänken. Aktuelle Satellitenbilder zeigen, wie die Dürre in Deutschland der deutschen Wirtschaft eine Pulsader langsam aber sicher abdrückt. Die Engstelle, an der sich die Gefahr am klarsten zeigt, befindet sich nicht an den aus der Sage bekannten Schieferfelsen bei Sankt Goarshausen, sondern zwei Flussbiegungen weiter – bei Kaub.Der amtliche Pegelstand liegt dort aktuell bei 15 Zentimetern. Das bedeutet aber nicht, dass der Fluss nur noch 15 Zentimeter tief wäre: Der Messwert gibt die Höhe über einem Standardlevel, dem Pegelnullpunkt, an. Dieser bezieht sich auf den physischen Standort der Pegelmesslatte außerhalb der Fahrrinne. Tatsächlich bleiben den Schiffen in der Flussmitte bei Kaub aktuell noch 128 Zentimeter zum Rangieren – für ein großes Flussschiff ist das nicht viel. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 wurden an Deutschlands größtem Fluss noch nie derart niedrige Pegel gemessen.Aus dem All lässt sich beobachten, wie der Rheinpegel bereits seit März dieses Jahres immer weiter absinkt. Für den Fluss und die von ihm abhängige Wirtschaft haben die Probleme damit schon weit vor der akuten Hitzeperiode ab Juni begonnen. Inzwischen sind dort, wo zu normalen Zeiten nur kleine Inseln aus dem Strom ragen, breite Sandbänke aufgetaucht.