Will die Jugend von heute nicht mehr arbeiten? Kaum ein Vorwurf taucht in Debatten über die „Generation Z“ so regelmäßig auf wie dieser. Vier-Tage-Woche, Work-Life-Balance oder Sabbatical gelten manchen als Beleg dafür, dass junge Menschen weniger leistungsbereit seien als frühere Generationen. Doch das Bild passt nicht zu den Daten, wie eine aktuelle Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt.Auf Basis des Mikrozensus und der Arbeitskräfteerhebung wurde dafür die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen ausgewertet. Sie stieg demnach zwischen 2015 und 2025 um mehr als sieben Prozentpunkte auf knapp 77 Prozent – laut IAB der höchste Stand seit Jahrzehnten. Gemeint ist damit der Anteil der jungen Erwachsenen, die erwerbstätig sind oder aktiv nach Arbeit suchen. Auch unter Studierenden ist die Erwerbsquote deutlich gestiegen. Zwischen 2015 und 2023 erhöhte sie sich um mehr als 19 Prozentpunkte auf 56 Prozent. Die Generation Z umfasst je nach Definition ungefähr die zwischen Ende der 1990er- und den frühen 2010er-Jahren Geborenen.Das Bild von jungen Leuten, die entweder im Sabbatical oder in der Dreitagewoche sind sei also „keine treffende Beschreibung“, sagt Arbeitsmarktforscher Enzo Weber vom IAB. Dass sich die Vorstellung einer arbeitsunwilligen Generation trotzdem hält, hat nach Webers Einschätzung weniger mit der Bereitschaft zu arbeiten zu tun, als mit den Erwartungen an gute Arbeit. Als mögliche Ursachen verweist er auf Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, eine stärkere Erwerbstätigkeit beider Partner und den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung. Damit seien die Ansprüche an die Flexibilität gestiegen, es bedeute aber nicht, dass junge Menschen grundsätzlich weniger arbeiten wollten.