Als Apple 2023 seine Computerbrille Vision Pro ankündigte, war die Rede von einer Revolution des Alltagslebens. Doch bei einem stolzen Preis von inzwischen knapp 4.000 Euro verharrt das Headset im Konsumentenbereich bis heute in einer überschaubaren Nische. Genaue Absatzzahlen nennt Apple nicht, aber klar ist: Nur wenige Verbraucher haben bislang das klobige Headset gekauft, um im Wohnzimmer die Welt des räumlichen Computings zu erleben und sich beispielsweise von 3D-Dinosauriern erschrecken zu lassen.Anzeige

Als Freizeitvergnügen verschmäht – Erfolg in der Klinik

Doch während Apple die Ambitionen auf dem Endverbrauchermarkt zurückschrauben musste, feiert das Gerät an ganz anderer Stelle einen erstaunlichen Siegeszug: in den Operationssälen der Welt. Die Medizin erweist sich als der Markt, der das Potenzial der Datenbrille voll ausschöpft.

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Wie nah die Spitzenforschung in Deutschland an dieser Entwicklung dran ist, verdeutlicht eine Episode aus Sachsen. Bereits im Oktober 2023 verfasste der Leipziger Ingenieur Ronny Grunert vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) eine E-Mail an Apple-Chef Tim Cook persönlich. Gemeinsam mit Prof. Dirk Winkler vom Universitätsklinikum Leipzig hatte er eine chirurgische Navigationssoftware entwickelt, die er Apple vorstellen wollte. Das Programm projiziert hochauflösende MRT- und CT-Daten als dreidimensionale Landkarte direkt ins Blickfeld der Mediziner im OP-Saal.Anzeige