Die Zahl der Toten bei dem schweren Erdbeben in Kolumbien ist auf mehr als 50 gestiegen. Das teilten mehrere Bürgermeister und Gouverneure des südamerikanischen Landes mit. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 im Westen Kolumbiens sind zahlreiche Gebäude eingestürzt, unter den Trümmern wurden weitere Verschüttete vermutet. Die Erdstöße waren im ganzen Land sowie im Nachbarland Venezuela zu spüren. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.Im Departamento Valle del Cauca im Südwesten des Landes kamen nach Angaben der Gouverneurin Dilian Francisca Toro mindestens 27 Menschen ums Leben, darunter 3 Kinder. Die Zahl schließt die Provinzhauptstadt Cali nicht mit ein.In Pereira waren nach Angaben des Bürgermeisters Mauricio Salazar mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Berichten zufolge dürfte die Zahl der Todesopfer dort aber auch schon höher liegen, wie Salazar im Interview mit La FM sagte.Die Kathedrale von Manizales wurde bei dem Erdbeben beschädigt. Andres Valencia/AP via dpaIm Departamento Chocó meldete die Regionalregierung vorläufig 4 Tote und 69 Verletzte. Das Epizentrum des Bebens lag in dieser Provinz nahe der Gemeinde San Jose del Palmaran an der Pazifikküste. In der Provinzhauptstadt Quibdo gebe es Verletzte und erhebliche Gebäudeschäden, erklärte Gouverneurin Nubia Carolina Cordoba auf der Plattform X. Nach dem Beben und mehreren Nachbeben herrschte dort zeitweilig Panik. In mehreren anderen Gemeinden wurden Schäden an Wohnhäusern, Gebäuden sowie öffentlicher und privater Infrastruktur festgestellt. Auch Stromversorgung, Telefonie und andere Kommunikationsverbindungen waren demnach beeinträchtigt. Die Behörden betonten, dass die Zahlen noch steigen könnten.In Manizales wurden drei Tote und Hunderte Verletzte gemeldet. Dort stürzten nach Angaben des Bürgermeisters Jorge Rojas zehn bis zwölf Gebäude ein, weitere Häuser wurden schwer beschädigt. Auch ein Turm der dortigen Kathedrale sei beschädigt worden. In der Großstadt Cali stürzten mindestens 20 Gebäude ein. Zudem befürchtete man dort weitere Verschüttete, wie Bürgermeister Alejandro Eder erklärte. Die Stadt forderte Rettungsteams aus Bogota und Medellin an.Flugbetrieb eingestellt – Beben auch in Venezuela zu spürenDie kolumbianische Luftfahrtbehörde teilte mit, dass der Flugbetrieb an den Flughäfen in Pereira, Manizales, Quibdo, Armenia, Cartago und Buenaventura vorübergehend eingestellt worden sei, um die Bausubstanz der Terminals zu überprüfen. Die nationale Katastrophenschutzbehörde UNGRD erhielt Berichte aus neun Provinzen. Das Beben war in allen 32 Provinzhauptstädten zu spüren und löste Evakuierungen aus. Der kolumbianische geologische Dienst gab die Stärke des Bebens mit 7,4 und die Tiefe mit 96 Kilometern an.Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Erdstöße auch im venezolanischen Grenzstaat Tachira sowie in der Stadt Barquisimeto im Westen des Nachbarlandes zu spüren waren. Venezuela war im Juni von zwei verheerenden Erdbeben erschüttert worden, bei denen mehr als 6000 Menschen starben.Patienten aus einem Krankenhaus in Cali werden nach dem Erdbeben evakuiert. Santiago Saldarriaga/AP via dpa
Schweres Erdbeben erschüttert mehrere Städte: mindestens 50 Tote
Weitere Opfer werden befürchtet, zahlreiche Gebäude in der Kaffeeregion Pereira und weiteren Städten sind eingestürzt. Mehrere Flughäfen im Land sind geschlossen.












