Die Zahl der Toten bei dem schweren Erdbeben in Kolumbien steigt weiter – inzwischen auf mehr als 100. Es wurden bisher 111 Todesfälle sowie 87 Verletzte gemeldet, wie Präsident Abelardo de la Espriella bei einem Krisentreffen mitteilte. Allein in der schwer getroffenen Stadt Pereira westlich der Hauptstadt Bogotá wurden 47 Todesopfer registriert, wie Polizeichef Óscar Leonel Ochoa in einem Interview des Radiosenders Caracol Radio sagte. Auch aus anderen Landesteilen wurden zahlreiche Opfer registriert. Zudem wurden nach Angaben von de la Espriella Schäden an mehr als 1.500 Wohnhäusern sowie 61 eingestürzten Gebäuden gemeldet.Im Departamento Valle del Cauca kamen nach Angaben der Gouverneurin Dilian Francisca Toro mindestens 27 Menschen ums Leben, darunter 3 Kinder. Im Departamento Chocó meldete die Regionalregierung vorläufig 4 Tote und 69 Verletzte. In Manizales wurden drei Tote und Hunderte Verletzte gemeldet. Die Behörden betonten, dass die Zahlen noch steigen könnten.Das Beben ereignete sich um 7.34 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó in einer Tiefe von 96 Kilometern, wie der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) mitteilte. Die Erschütterungen waren in mehreren Städten des Landes zu spüren. Einwohner suchten zusammen mit Rettungskräften in Trümmern nach Überlebenden. Viele Gebäude zerstört Die Erschütterungen waren unter anderem in den Städten und Gemeinden wie Bogotá, Medellín, Cali, Pereira und Manizales zu spüren, wie mehrere Medien berichteten. In Cali seien Teile von Gebäudefassaden beschädigt worden, in Manizales habe ein Turm der Kathedrale Schäden erlitten.Auch aus Pereira seien Gebäudeschäden gemeldet worden. In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá wurden Gebäude evakuiert. An den Flughäfen in Pereira, Manizales, Quibdó, Armenia, Cartago und Buenaventura wurde der Flugverkehr „aus Sicherheitsgründen“ eingestellt, wie die Luftfahrtbehörde mitteilte. Eine ältere Bewohnerin von Cali wird von Hilfskräften in Sicherheit gebracht. © AFP/JOAQUIN SARMIENTO Besonders betroffen war auch die Provinzhauptstadt Quibdo. „Wir haben gerade ein schweres Erdbeben in der Provinz Choco erlebt“, erklärte Gouverneurin Nubia Carolina Cordoba-Curi auf der Plattform X. „Obwohl das Epizentrum in der Nähe von San Jose del Palmar lag, wurden in der Hauptstadt Quibdo Verletzte und erhebliche Gebäudeschäden gemeldet.“ Sie äußerte zudem Sorgen über mögliche Nachbeben. Die Einsatzkräfte verschafften sich ein Bild von den Schäden und wollten in Kürze einen ersten offiziellen Bericht vorlegen. Anwohner und Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines eingestürzten Gebäudes, nachdem ein Erdbeben die kolumbianische Stadt Cali erschüttert hat. © dpa/Santiago Saldarriaga Der erst kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella ordnete die Einrichtung eines gemeinsamen Krisenstabs in San José del Palmar an. Dieser soll die Maßnahmen zur Bewältigung der Schäden und die Hilfe für Betroffene koordinieren. Zudem forderte der Präsident einen detaillierten Bericht über die Lage und den dringendsten Hilfsbedarf.De la Espriella kündigte an, persönlich nach Pereira zu reisen. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der Kolumbianische Geologische Dienst zudem ein Nachbeben der Stärke 4,6 im ebenfalls im Departamento Chocó gelegenen Nóvita. (dpa/Reuters/AFP)
Erschütterungen in vielen Regionen Kolumbiens spürbar: Zahl der Todesopfer nach schwerem Beben steigt auf über 100
Ein starkes Erdbeben fordert Tote und Verletzte in Kolumbien. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó in einer Tiefe von 96 Kilometern. Einwohner suchen in den Trümmern nach Überlebenden.










