Dem Westen gehen die Raketen aus. Sechs Monate nach Beginn des Iran-Krieges und zu einem Zeitpunkt, an dem die russische Herbstoffensive bevorsteht, werden die lebenswichtigen Abfangraketen rar. Die vorhandenen Raketen werden so schnell abgeschossen, dass der Westen sie nicht nachproduzieren kann. Das Fatale: Die Ukraine ist dem Beschuss schutzlos ausgeliefert.

Washingtons eigene Vorräte sind aufgebraucht, und die Rüstungsindustrie versucht verzweifelt, den Rückstand aufzuholen. Kiew bemüht sich derweil um Ersatz von Verbündeten, die ihre Abfangraketen aber zunehmend selbst benötigen. Eine kurzfristige Lösung dieses Dilemmas könnte ein Waffenhandel mit der Türkei im Wert von 300 Millionen Dollar sein.

Chaos in Washington

Das Ausmaß der Verknappung wurde öffentlich bekannt, nachdem US-Präsident Donald Trump Berichten zufolge Ende Juli während einer Kabinettssitzung in Camp David gegenüber Kriegsminister Pete Hegseth in Rage geraten war. Trump machte seinem Unmut darüber Luft, dass Hegseth geglaubt hatte, der Munitionsmangel sei „behoben“ worden. Hegseth, der davon überrascht wurde, gab laut der Washington Post seinem Stellvertreter Stephen Feinberg die Schuld dafür, dass dieser den Präsidenten nicht umfassend auf dem Laufenden gehalten hatte. Das Pentagon hat allerdings bestritten, dass es zu dieser Konfrontation gekommen war.