Der junge schwarze Soziologe Jason Arday galt als Erfolgsbeweis für Großbritanniens Kampf gegen Rassismus. Nun ist er als Hochstapler entlarvt.
Der Plagiatsvorwurf gegen Arday bestand schon bei seiner Bewerbung in Cambridge
Joe Giddens/pa
Wenn die klügsten Köpfe eines Landes kollektiv auf einen Hochstapler hereinfallen, ist das für alle Beteiligten peinlich. Jason Arday, Professor für Bildungssoziologie an der britischen Universität Cambridge, wurde jahrelang in progressiven Milieus geradezu vergöttert. Nun hat er Job und Ruf verloren, und niemand will einen Fehler eingestehen.
Die Geschichte des jungen schwarzen Intellektuellen liest sich wie ein Märchen, und leider ist sie auch eines. In seiner eigenen Darstellung geht sie so: Geboren 1985 als Kind ghanaischer Immigranten in einfachen Verhältnissen in Südlondon, diagnostizierten Ärzte bei ihm mit drei Jahren Autismus. Arday sprach erst mit 11 und lernte erst mit 18 lesen und schreiben. Er entwickelte Epilepsie, bekam einen Hirntumor, wurde Sportlehrer, arbeitete zeitweise als freiwilliger Entwicklungshelfer in Brasilien, erwarb zwei pädagogische Hochschulabschlüsse und lief zur Spendensammlung 30 Marathons in 35 Tagen, die letzten neun mit Beinbruch.










