Jason Arday galt als eine Art Wunderkind der Wissenschaft. Mit nur 37 Jahren wurde er im März 2023 zum Professor für Bildungssoziologie an der Universität Cambridge ernannt. Er war damit der jüngste schwarze Professor in der Geschichte der Universität. Arday gelang das offenbar trotz vieler Widerstände. Er ist Autist, wuchs als Sohn ghanaischer Einwanderer in Südlondon in einer Sozialsiedlung auf. Wie unter anderem der »Guardian « berichtet, habe Arday bis zum Alter von elf nicht sprechen, und bis 18 weder schreiben noch lesen können.Die akademische Aufsteigergeschichte fand nun am Mittwoch vorerst ein Ende: Nach Plagiatsvorwürfen ist der Wissenschaftler von seiner Position an der Universität Cambridge und am Jesus College, an dem er als Fellow tätig war, zurückgetreten. In der Erklärung sagt Arday , dass seine Professur in Cambridge das »größte berufliche Privileg« seines Lebens gewesen sei. Er spricht von persönlichen Angriffen und Anschuldigungen, die ihn schwer belastet hätten. Der Rückzug sei nicht das Ende seiner Arbeit, er werde zurückkehren. Ein Fehlverhalten räumte er in der Erklärung nicht ein.
Ebenfalls am Mittwoch teilte die Universität Cambridge in einer Erklärung mit, dass sie gegen Arday eine Untersuchung eingeleitet habe. Man habe »neue Informationen« zu den akademischen Qualifikationen.Universität verteidigte Arday zunächstAuslöser für die Diskussionen war ein Text auf der Onlineplattform Substack. Darin behauptet Nathan Cofnas, ein ehemaliger Philosophie-Forscher aus Cambridge, der die Universität verließ, nachdem seine Kritik an den Richtlinien zu Diversität, Gerechtigkeit und Inklusion für Proteste sorge, dass er die Dissertation von Arday durch eine Plagiatssoftware laufen lassen habe und diese erhebliche Überschneidungen mit einer Doktorarbeit aus dem Jahr 2009 feststellte.










