Angesichts der Sonnenfinsternis am 12. August entsendet Spanien Soldaten nach Mallorca. Dies gab Antoni Costa, Sprecher der Regionalregierung, am Freitag bekannt. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.Demnach sind ab Montag Angehörige des Regiments „Palma 47“ bis zum 14. August auf der Baleareninsel im Einsatz. „Es liegt eine offizielle Bestätigung des Verteidigungsministeriums und des Oberkommandos vor, dass die Armee eingesetzt wird und die Umsetzung der außerordentlichen Maßnahmen unterstützen wird“, sagte der Sprecher.Grund hierfür sei die öffentliche Sicherheit. Die Behörden rechnen mit einem Massenansturm, da die Sonnenfinsternis auf Mallorca besonders gut sichtbar sein wird. Auch soll eine hohe Waldbrandgefahr herrschen. Costa appellierte an die Bevölkerung, zum Betrachten der Finsternis nur zugelassene Brillen zu tragen und unnötige Reisen zu vermeiden. 24.000 Polizisten im Einsatz Das Militär soll vor allem Zufahrtsstraßen, Rettungswege und Naturgebiete bewachen, wie „T-Online“ berichtet. Damit sollen Unfälle und Straftaten verhindert werden. In ganz Spanien werden rund 24.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. „Es ist ein ganz besonderer Tag, auf den wir uns lange vorbereitet haben, und wir hoffen, dass es keine größeren Probleme geben wird und alles gut verläuft“, sagte Regierungssprecher Costa. „Aber es ist ein riskanter Tag.“Am Abend des 12. August zieht die Sonnenfinsternis vom spanischen Festland bis zu den Balearischen Inseln, darunter Mallorca und Ibiza. Im Gebiet der sogenannten Totalitätszone, über dem der Kernschatten des Mondes liegt, ist die Sonne vollständig verdeckt. Entlang dieses schmalen Streifens auf der Erdoberfläche sind Hotels vielerorts ausgebucht, die Preise für Zimmer stark erhöht. Auch Mallorca liegt entlang der Zone.Das Verhältnis der mallorquinischen Bevölkerung zum Inseltourismus gilt schon seit Längerem als angespannt. Die Einheimischen leiden unter den hohen Immobilienpreisen, es herrscht Wohnungsnot. Immer wieder kommt es deshalb zu Protesten.Am Samstag demonstrierten mehrere Tausend Menschen in der Stadt Sóller, nur zwei Wochen nach einer großen Kundgebung in Palma. Aufgerufen hatte wieder die Organisation „Menys Turisme Més Vida“ (Weniger Tourismus, mehr Leben). (Tsp)