Am Tag zuvor blickt ganz Spanien gebannt auf die nächste Wettervorhersage. Die bange Frage: „Wo wird es während der Sonnenfinsternis Wolken geben?“ Spanische Medien brechen mit interaktiven Wetterkarten die verfügbaren Daten bis ins kleinste Dorf herunter. „El País“ macht Mut: In 86 Prozent der spanischen Gemeinden werde sich das astronomische Großereignis voraussichtlich beobachten lassen, das in Spanien zum letzten Mal im Jahr 1912 zu erleben war.Bisher sagt der staatliche Wetterdienst Aemet landesweit „weitgehend stabiles Wetter mit meist klarem oder leicht bewölktem Himmel“ voraus. Doch am Nachmittag könnte über den nördlichen Gebirgen und im östlichen Drittel der Iberischen Halbinsel eine Wolkendecke aufkommen und die Sicht lokal beeinträchtigen – zum Beispiel in den östlichen Pyrenäen, in der Gegend von Teruel und im östlichen Kastilien-La Mancha. Auf den einsamen Höhenzügen in der Mitte Spaniens, durch die der Kernschatten zieht, hatte man auf die besten Verhältnisse und besonders viele Besucher gehofft.Nur das verheerende Erdbeben in Kolumbien schaffte es in den vergangenen Tagen auf den Portalen und den Titelseiten in Spanien die Finsternis in Schatten zu stellen. Die Medien sind voll mit Tipps für die besten Beobachtungsplätze, die letzten Hotelzimmer und wo es noch Spezialbrillen gibt. Beunruhigung rief dabei eine Warnmeldung der Regierung hervor. Tests hatten ergeben, dass sechs Modelle nicht den medizinischen Anforderungen entsprachen und eine Gefahr für die Augen darstellten.Hunde starren nie freiwillig in die SonneManche machen sich auch Sorgen um die Augen ihrer Haustiere. „Muss ich meinen Hund während der Sonnenfinsternis schützen“, stand über einem ausführlichen Ratgeber-Artikel der Zeitung „La Vanguardia“, der vorsichtige Entwarnung gab: Hunde (und Katzen) starren demnach praktisch nie freiwillig in die Sonne und brauchen keinen besonderen Schutz. Aber es könnte zu Verhaltensänderungen kommen – auch bei anderen Tieren.Die spanische Natur- und Vogelschutzorganisation SEO ruft zur Teilnahme am Bürgerwissenschaftsprojekt „Ecoeclipse“ auf, denn zwischen 2026 und 2028 wird Spanien gleich zwei totale Sonnenfinsternisse und dazu eine ringförmige Sonnenfinsternis erleben. Jeder kann sich an dem Forschungsprojekt beteiligen, indem er die Geräusche seiner Umgebung während der Finsternisse oder in den Tagen davor und danach aufzeichnet.Bei der totalen Sonnenfinsternis 2024 in Nordamerika ließ sich beobachten, wie viele Vogelarten während der Dunkelphase erst ihren Gesang einstellten. Die Rückkehr des Lichts verstanden sie dann als Beginn eines neuen Tages, den sie mit ihrem Morgengesang begrüßten. Zwei Studien in amerikanischen Zoos hatten zudem Stress und Angst bei den Tieren festgestellt. Forscher führten das jedoch eher auf die plötzliche Begeisterung der applaudierenden und jubelnden Besucher zurück als auf das Himmelsspektakel.Extreme Waldbrandgefahr im ganzen LandIn Spanien gilt die Besorgnis deshalb auch stärker den Menschen, von denen Millionen sich zur Beobachtung aufmachen. Ihre Unaufmerksamkeit könnte angesichts der extremen Waldbrandgefahr neue Feuer verursachen. Es wird deshalb ein Großaufgebot von Sicherheitskräften mobilisiert. Allein das Innenministerium bietet mehr als 33.000 Beamte der Nationalpolizei und der Guardia Civil auf.Auf Mallorca werden Soldaten patrouillieren, um Straßensperrungen durchzusetzen und einen Verkehrskollaps zu verhindern. Auf der Insel halten sich auf dem Höhepunkt der Hochsaison im August schon rund zwei Millionen Menschen auf.Wegen der Sonnenfinsternis kam es nun zu einem Extra-Ansturm; in ganz Spanien rechnet die Regierung mit knapp 450.000 zusätzlichen Touristen. Zehntausende könnten sich auf Mallorca auf den Weg zur Westküste machen, dort wurden selbst Balkone mit besonders guter Aussicht für mehrere Hundert Euro vermietet.
Sonnenfinsternis in Spanien: Muss ich meinen Hund schützen?
Spanien erwartet die erste totale Sonnenfinsternis seit 1912 und blickt gebannt auf die Wetterkarte: Wird es Wolken geben? Und was muss man sonst noch beachten?














