Manche Leute überlassen nichts dem Zufall. „Es gab Ausländergruppen, die bereits frühzeitig reserviert haben“, berichtet Beatriz Martínez, Hotelbesitzerin im spanischen El Burgo de Osma. „Einige sogar schon zwei Jahre im Voraus. Durch die Reservierungsanfragen haben wir überhaupt erst von der Sonnenfinsternis erfahren.“

Mittlerweile wissen alle davon: Am Mittwochabend (12. August) gegen halb acht beginnt das Spektakel – und alle wollen dabei sein. Die Spanier ebenso wie die ausländischen Besucher, die sich seit zwei Jahren auf diesen Moment freuen. Eine vollkommene Sonnenfinsternis, eine „eclipse total“, wird von Nordwest nach Südost über das Land ziehen – zur Freude des bevölkerungsarmen Spaniens, in dem Orte wie El Burgo de Osma liegen: wunderschön, halb vergessen und plötzlich im Zentrum des Geschehens. Madrid hingegen bleibt mit 99,97 Prozent verdeckter Sonne ebenso außen vor wie Barcelona mit 99,82 Prozent. Das klingt ganz ordentlich, ist es aber nicht.

Astronomische Ereignisse, astronomische Preise

Eine teilweise Sonnenfinsternis verhält sich zu einer vollkommenen wie ein Kuss zu einer Hochzeit, lautet ein Bonmot. „Eine partielle Sonnenfinsternis von 99 Prozent ist sicherlich interessant“, erklärt der kalifornische Astrophysiker Alex Filippenko. „Aber mit einer totalen ist sie nicht zu vergleichen. Selbst wenn nur ein Prozent der Sonne sichtbar ist, ist es immer noch etwa 10.000-mal heller als bei Vollmond. Das menschliche Auge passt sich automatisch an Lichtveränderungen an, sodass man gar nicht bemerkt, dass sich der Himmel dramatisch verdunkelt, solange die Verdunkelung nicht 100 Prozent erreicht.“