Zwei Tote im Gebiet CharkiwDurch russischen Raketenbeschuss sind zwei Menschen in der Stadt Isjum in der Ostukraine getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets Charkiw, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Ein ausgebrochener Brand auf 400 Quadratmetern werde gelöscht. Das russische Militär setzte nach Angaben der Militärverwaltung von Isjum Mehrfachraketenwerfer mit der für Zivilisten besonders gefährlichen Streumunition ein.Isjum ist etwa 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Stadt stand 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine für mehrere Monate unter russischer Kontrolle und wurde im September 2022 befreit. Im benachbarten Gebiet Sumy wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Markt zehn Menschen verletzt. Ukraine meldet schweren russischen Angriff auf Öl- und Erdgasanlagen Russland hat in der Nacht nach Angaben des staatlichen ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz sieben Öl- und Erdgasförderanlagen im Osten des Landes attackiert. ⁠Moskau greife den Sektor systematisch an, um der Infrastruktur vor dem Winter größtmöglichen Schaden zuzufügen, erklärt Interims-Firmenchef Serhij Fedorenko. Es handele sich um einen der schwersten Schläge der vergangenen Monate gegen Standorte der Naftogaz-Tochter Ukrnafta. Dabei sei wichtige Ausrüstung beschädigt worden. Russischer Oppositionspartei droht WahlausschlussRusslands zentrale Wahlleitung hat die Oppositionspartei Jabloko Ende Juli zur Parlamentswahl im September zugelassen. Seitdem steigt der Druck auf die Partei. Nun prüft sogar Russlands Oberstes Gericht den Ausschluss Jablokos von der Parlamentswahl im September. Eine entsprechende Klage der kremltreuen nationalistischen Partei Rodina (Heimat) gegen die Partei Jabloko werde am Montag vor Gericht verhandelt, meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Rodina-Chef Alexej Schurawljow erklärte demnach, Jabloko sei eine vom Westen unterstützte Bewegung, die darauf abziele, die Wahlen und Russland ‌selbst zu diskreditieren. Jabloko wies die Vorwürfe als verleumderisch zurück und kündigte eine Gegenklage an, um den eigenen Ruf zu schützen. Jabloko ist die einzige Partei im Land, die sich offen gegen ⁠den Krieg in der Ukraine stellt. Es wird erwartet, dass die dominierende und Präsident Wladimir Putin unterstützende Partei Einiges Russland die Wahlen klar gewinnen wird. Moskau greift ukrainische Frachter anRussland hat ⁠in dieser Woche 34 Schiffe angegriffen, die nach seiner Darstellung vom ukrainischen Militär genutzt wurden. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Moskau mitgeteilt, dass es drei Schiffe im Schwarzen Meer getroffen habe. Die russischen Streitkräfte greifen verstärkt Frachter ‌an, die nach Darstellung ‌Russlands militärische Güter in die Ukraine bringen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben nicht. Ukrainer vertrauen Saluschnyj am meistenDer frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj ist in einer Umfrage zum vertrauenswürdigsten Politiker seines Landes gekürt worden. Auf den Plätzen unmittelbar dahinter landeten der erst vor kurzem entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sowie der Kommandeur der ukrainischen Drohnen-Streitkräfte, Robert Browdy. Präsident Wolodymyr Selenskyj landete in der Umfrage des sozialen Umfrageinstituts „Sozis“ nur auf dem sechsten Rang, noch hinter dem neuen Armeechef Mychajlo Drapatyj und dem Leiter seiner Präsidialkanzlei, Kyryllo Budanow.Die repräsentative Umfrage unter 2.000 Ukrainern wurde nach Angaben von „Sozis“ zwischen dem 28. Juli und 2. August durchgeführt. Neben einer Reihe von Fragen zu möglichen Favoriten bei eventuellen Wahlen lautete die wichtigste Frage: „Inwieweit vertrauen sie den folgenden politischen Führern?“ Dabei schnitt Saluschnyj, inzwischen Botschafter in London, mit 27,8 Prozent „voll und ganz“ und 37,1 Prozent „eher ja“ am besten ab, ganz knapp vor Fedorow. Selenskyj konnte 18 Prozent der Befragten mit vollem Vertrauen hinter sich sehen, ein „eher ja“ erhielt der Präsident von 24,5 Prozent. Wenig Vertrauen in ihn hatten 17 Prozent, während 37 Prozent angaben, überhaupt kein Vertrauen in ihren Staatschef zu haben. Brand in Wildberries-Zentrum in Jekaterinburg Der Brand im Wildberries-Verteilzentrum in Jekaterinburg infolge eines Drohnenangriffes konnte dem russischen Onlinehändler zufolge eingedämmt werden. Die meisten Waren seien unbeschädigt geblieben, teilt der Konzern auf Telegram mit. Dem örtlichen Gouverneur zufolge wurden ‌in der Nacht acht Drohnen über der Region abgeschossen. Drei davon seien auf das Dach eines Verteilzentrums gestürzt. Jekaterinburg liegt rund 1400 Kilometer östlich von Moskau. Wildberries ist seit drei Wochen fast jede Nacht Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Seit dem 18. Juli ‌wurden mindestens 20 Lagerhäuser des Unternehmens ‌attackiert. Die Ukraine will so den Krieg für die russische Zivilbevölkerung spürbar machen und die Kosten für die Fortsetzung der russischen Angriffe in die Höhe treiben. Vanessa AngermannLager von Agrarfirma in Charkiw brennt nach russischem AngriffEin russischer Drohnenangriff hat in der ostukrainischen Region Charkiw ein Feuer ​in den ⁠Lagerhallen eines Agrarunternehmens ausgelöst. Der Angriff habe sich in ​der Gemeinde Balaklija ereignet, teilen ⁠die örtlichen Behörden ‌über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Verletzte habe es nicht gegeben. Der ukrainische Präsident ⁠Wolodymyr Selenskyj hat am Donnerstag ⁠den von ​russischen ⁠Angriffen betroffenen Landwirten Unterstützung ​zugesagt. Moskau greift ‌verstärkt landwirtschaftliche Exportanlagen und Handelsschiffe in der Schwarzmeerregion ​der Ukraine ​an.Russische Angriffe: Tote und Verletzte in der Ostukraine Durch russische Angriffe sind in den ukrainischen Gebieten Dnipropetrowsk und Charkiw mindestens sieben Menschen getötet worden. Mindestens zwei Tote habe es bei einer Attacke auf die Industriestadt Pawlohrad gegeben, teilte der Militärgouverneur der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Sieben Menschen seien dazu verletzt worden. Einen weiteren russischen Luftangriff mit drei Toten und drei Verletzten gab es den Angaben nach auf die Gemeinde Wyschnewe rund 70 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt Dnipro.Bei einer Drohnenattacke auf den Bahnhof in der Stadt Losowa im ostukrainischen Gebiet Charkiw kamen nach Behördenangaben zwei Männer ums Leben. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Nach Auskunft der ukrainischen Eisenbahn wurden bei dem Angriff das Bahnhofsgebäude, Oberleitungen und Waggons beschädigt. Acht weitere Verletzte gab es laut den Behörden zudem nach einem russischen Raketenschlag auf die Stadt Balaklija.Selenskyj reist erstmals seit Kriegsbeginn nach SerbienDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist am Samstag erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen sein Land in das traditionell mit Russland verbündete Serbien. „Wir müssen die Serben von der Seite Russlands wegziehen“, sagte ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Selenskyjs Besuch in Serbien sei für die Russen „ein Schlag ins Gesicht“.Warum der Besuch politisch heikel ist, lesen Sie hier: Selenskyj kündigt Einsatz gegen Russlands Rüstungsindustrie anDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Sitzung der militärischen und politischen Führung seines Landes spezielle Einsätze gegen Russlands Rüstungsindustrie angeordnet. Dabei gehe es um „bestimmte Unternehmen, die wir bereits identifiziert haben“, teilte Selenskyj auf Facebook mit. Alle Anwesenden bei der Sitzung hätten klare Aufgaben erhalten. „Ich erwarte, dass sie vollständig erfüllt werden.“ Russlands Militärindustrie müsse „spürbar eingeschränkt“ werden.Details zu den bevorstehenden Einsätzen nannte Selenskyj nicht. Er beklagte, dass Moskau weiterhin Unterstützung sowie wichtige Komponenten für seine Kriegsführung aus dem Ausland erhalte. „Wir sehen, dass jede russische Rakete, jede Drohne und andere Waffen kritische Komponenten aus anderen Ländern enthalten, ohne die solche Waffen einfach nicht existieren könnten.“Die Ukraine hat zuletzt die Erdölindustrie und auch die Rüstungswerke Russlands schwer getroffen. Dazu setzt Kiew Langstreckendrohnen ein, die mehrere Tausend Kilometer tief auf russisches Staatsgebiet, sogar bis Sibirien, vordringen können.Russische Schattenflotte: Schweden übergibt beschlagnahmten Frachter der UkraineSchweden übergibt der Ukraine einen beschlagnahmten Frachter der sogenannten russischen Schattenflotte. Das oberste schwedische Gericht lehnte einen Einspruch der Reederei gegen die Entscheidung ab, wie aus dem Urteil hervorgeht. Die ukrainische Justiz vermutet, dass der Frachter gestohlenes Getreide aus von Russland besetzten Gebieten transportierte.Die schwedische Polizei hatte die „Caffa“ im März auf Anfrage der ukrainischen Justiz beschlagnahmt. Der 96 Meter lange Frachter war auf dem Weg von Casablanca in Marokko nach St. Petersburg in Russland. Das Schiff steht auf einer Sanktionsliste der Ukraine und fuhr unter falscher guineischer Flagge, zehn von elf Crewmitgliedern waren Russen.An Bord der „Caffa“ befindet sich nach Einschätzung des ukrainischen Sanktionsbeauftragten Wladyslaw Wlasiuk eine Getreidelieferung. Er erklärte im März, das Schiff habe bereits in der Vergangenheit gestohlenes ukrainisches Getreide transportiert, unter anderem auf einer Fahrt vom Hafen Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim nach Syrien im vergangenen Jahr.Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach von einer „historischen Entscheidung“ und einem „wichtigen Präzedenzfall“. Die Ukraine werde ihre „Bemühungen fortsetzen, gegen die russische Schattenflotte und Russlands Möglichkeiten zur Finanzierung seines Krieges zu kämpfen.“Russischer Angriff trifft Lager von deutscher FirmaBei einem russischen Raketenangriff auf Kiew ist auch ein Lager des Ulmer Schmierstoffherstellers Liqui Moly getroffen worden. Es sei bei dem Angriff und einem anschließenden Brand niemand verletzt worden, sagte Unternehmenssprecher Sina Ataei. Ein niedriger Millionenbetrag an Schaden sei entstanden. Das Team arbeite mit Hochdruck daran, die Lieferketten wiederherzustellen, schrieb die ukrainische Vertretung bereits am Mittwoch. Bei dem völlig zerstörten Objekt handelt es sich nach Auskunft von Ataei um ein Lager, in dem ein langjähriger Kunde Waren lagerte. „Also ja, es ist natürlich schon ein Angriff auch auf uns indirekt“, sagte Ataei. Man wolle dem Partner so schnell wie möglich wieder Lager zur Verfügung stellen, dies sei jedoch nicht so leicht. An Wiederaufbau werde im Moment nicht gedacht.Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte am Mittwoch von einem Massenangriff gesprochen, der sich gegen Logistik- und Verteilzentren militärischer Güter gerichtet habe. Getroffen wurden demnach Lagerhäuser in der Hauptstadt Kiew und am Stadtrand.Liqui Moly beschäftigt weltweit rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Schmierstoff- und Additive-Hersteller mit Hauptsitz in Ulm ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Korruptionsermittlungen: Frühere ukrainische Botschafterin muss Kaution hinterlegenDas Oberste Antikorruptionsgericht der Ukraine hat gegen die frühere ukrainische Botschafterin in den USA eine Kaution von 6 Millionen Hrywnja (rund 116.000 Euro) festgelegt. Am Mittwoch hatten die Korruptionsermittlungsbehörden NABU und SAP öffentlich erklärt, man ermittle gegen Olha Stefanischyna. Die 40 Jahre alte Juristin wird verdächtigt, sich unrechtmäßig bereichert zu haben. Außerdem soll sie falsche Angaben in ihrer sogenannten Vermögenserklärung gemacht haben. Ukrainische Politiker müssen ihre Einkommen und Vermögenswerte öffentlich machen. Auf diese Weise soll Korruption verhindert werden.Stefanischyna selbst weist die Anschuldigungen zurück und äußerte bei Gericht gegenüber Journalisten, sie verfüge nicht über die nötigen Mittel, um die Kautionssumme zu hinterlegen. Am Montag war sie von Präsident Wolodymyr Selenskyj offiziell aus Washington abberufen worden. Kurz zuvor hatte sie schon „aus persönlichen Gründen“ ein Rücktrittgesuch eingereicht. Stefanischyna hatte zuvor andere Ämter inne. Sie fungierte als Vize-Ministerpräsidentin für Europäische Integration und Justizministerin. Mehr ladenTickarooLive Blog Software