Kolumbiens ultrarechter Wahlsieger Abelardo de la Espriella legt an diesem Freitag seinen Amtseid ab – vor sehr ungewöhnlicher Kulisse in Cali.

Sagt vielen den Kampf an: Abelardo de la Espriella bei einer Pressekonferenz in Medellín Mitte Juli

Juan David Duque/reuters

Das hat es noch nie in Kolumbien gegeben: Zum ersten Mal findet die Amtseinführung des Präsidenten nicht in der Hauptstadt Bogotá statt. An diesem Freitagnachmittag (Ortszeit) wird der ultrarechte selbsternannte Outsider und „Tiger“ Abelardo de la Espriella seinen Amtseid vor 2.600 Menschen im luxuriösen Hörsaal der Universität Santiago de Cali ableisten. Danach geht es ins Militärbataillon Pichincha. Dort wird er seine erste Rede halten. Und schließlich tagt der neue Präsident zum ersten Mal mit dem Sicherheitsrat.

Politik der harten Hand, militärisches Salutieren, gemischt mit religiösem Personenkult war de la Espriellas Markenzeichen im Wahlkampf. Mit seinem designierten Kabinett war er am Sonntag in einer spirituellen Klausur. „Um eine große Nation aufzubauen, muss man Gott in den Mittelpunkt jeder Entscheidung stellen“, war sein Fazit nach einem Tag beten, Leitsätzen von Papst Leo XIV. lauschen und mit künstlicher Intelligenz animierte Bibelstellen ansehen. Das alles in einem laut Verfassung laizistischen Staat. Der religiöse Eifer des bis vor wenigen Jahren erklärten Atheisten hat in Kolumbien für Diskussion gesorgt – wie seine Amtseinführung.