Die Familie des zweieinhalb Jahre alten Domenico Caliendo, der im Februar nach einer missratenen Herztransplantation im Monaldi-Krankenhaus in Neapel verstorben war, erhält nach italienischen Medienberichten vom Donnerstag eine Entschädigung zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro. Die Einzelheiten der außergerichtlichen Einigung wurden nicht genannt. Für die Parteien gilt eine Vertraulichkeitsvereinbarung.Der Anwalt der Hinterbliebenen von Domenico Caliendo soll laut Medienberichten zunächst einen Betrag von drei Millionen Euro von der Klinik gefordert haben. Die Begünstigten der Einigung sind die Eltern von Domenico, zwei Großeltern sowie dessen zwei Geschwister.Das Spenderherz für den an einer unheilbaren Herzkrankheit leidenden Jungen war wegen unsachgemäßen Transports in einem mit Trockeneis statt herkömmlichen Eiswürfeln gekühlten Behälter auf dem Weg von Bozen, wo es von einem Spender entnommen worden war, nach Neapel wegen der viel zu niedrigen Temperaturen in der Kühlbox „verbrannt“.„Kein Geld der Welt kann mir meinen Sohn zurückgeben“Das faktisch zerstörte Spenderherz wurde dennoch transplantiert, weil dem Jungen im OP-Raum in Neapel das eigene Herz schon vor dem Eintreffen des gespendeten Organs entnommen worden war. Domenico Caliendo starb nach einer 60 Tage währenden Agonie auf der Intensivstation der Klinik in Neapel an den Folgen der missglückten Operation.„Kein Geld der Welt kann mir meinen Sohn zurückgeben“, sagte Domenicos Mutter Patrizia Mercolino nach Unterzeichnung der Einigung am Mittwoch. „Wir haben diese Vereinbarung sofort akzeptiert, um die Qualen eines Zivilprozesses zu vermeiden. Uns ging es nie ums Geld, sondern nur darum, dass im Strafprozess Gerechtigkeit geübt wird. Das ist das Einzige, was zählt.“Die Unterzeichnung der Vereinbarung stelle kein Schuldeingeständnis dar, teilten die Anwälte der Klinik mit. Das Krankenhaus behält sich das Recht vor, seinerseits Schadenersatz von den verantwortlichen Ärzten zu fordern. Die Strafverfolger in Neapel und Bozen haben Ermittlungen eingeleitet gegen insgesamt sieben Ärzte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der Strafprozess soll Anfang kommenden Jahres beginnen und dürfte sich komplex gestalten. Geklärt werden muss, wer die Verantwortung hatte für die Verwendung von Trockeneis sowie für den Ablauf der koordinierten Entnahme des Spenderorgans in Bozen und die Vorbereitung des kleinen Patienten in Neapel auf die Transplantation.Die Tragödie des „kleinen Kämpfers“ Domenico hatte vom Zeitpunkt der Operation am 23. Dezember 2025 bis zu dessen Tod am 21. Februar die italienische Öffentlichkeit bewegt. Ein Untersuchungsrichter hat im Juni ein vorläufiges Tätigkeitsverbot für den verantwortlichen Herzchirurgen in Neapel für die Dauer von zwölf Monaten und für dessen Assistentin für sechs Monate verhängt. Die Beweisaufnahme in dem Verfahren sowie die Überprüfung des Einspruchs der suspendierten Ärzte gegen ihr Betätigungsverbot sollen im September abgeschlossen werden.
Junge starb bei Herz-OP: Familie erhält Entschädigung in Millionenhöhe
Dem zweieinhalb Jahre alten Jungen war in Neapel ein „verbranntes“ Herz transplantiert worden. Er starb zwei Monate später. Nun zahlt die Klinik seiner Familie eine Entschädigung.













