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Zehntausende Menschen machten sich Ende Juli aus Marokko auf den Weg in die spanische Exklave Ceuta – offenbar auch, weil sich auf ihren Handys die Nachricht verbreitet hatte, die Grenze sei leichter zu überwinden. Die Migrationsforscherin Sandra Morgenstern von der Universität Mannheim hat sich auf die Rolle digitaler Informationen bei Flucht und Migration spezialisiert.
DIE ZEIT: Frau Morgenstern, entscheidet das Handy am Ende darüber, ob Menschen sich auf die Flucht begeben oder zur nächsten Etappe aufbrechen?
Sandra Morgenstern: In der Migrationsforschung unterscheiden wir zwischen aspirations und capabilities: auf der einen Seite dem Wunsch, zu gehen, auf der anderen Seite den Fähigkeiten und Ressourcen, diesen Wunsch auch umzusetzen, also Geld oder Visum, aber auch die Bedingungen auf der Migrationsroute. Bei den Ereignissen in Ceuta Ende Juli war offenbar eine Gruppe von Menschen entscheidend, die ein latentes Interesse an der Migration hatte, für die die Umstände aber noch nicht passend waren. Dann erreichte sie die Info, dass sich die Einreisebedingungen nach Ceuta verändert hätten. Eine solche Info kann diejenigen mobilisieren, die bereits mit dem Gedanken spielen, zu gehen.











