Nicht nur Menschen altern, Systeme auch. Die Antwort der Natur auf die Vergänglichkeit des Menschen ist stets die nächste Generation. Kein Einzelner erneuert sich selbst. Erneuert wird durch die, die nachkommen: mit neuen Ideen, unverbrauchtem Blick, ohne Ehrfurcht vor dem Bestehenden.
Die Bundesrepublik ist alt geworden. Sie geht auf die Achtzig zu, selbst die Wiedervereinigung liegt sechsunddreißig Jahre zurück. Damit steht das Land vor der Frage jeder alternden Ordnung: Lässt sie die Nachkommen ans Werk, oder klammert sie sich an die Vergangenheit, die sie selbst ist?
I. Wieder kommt der friedliche Bruch aus dem Osten
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag, zwei Wochen später folgen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Die Demoskopen maßen der AfD in Magdeburg zuletzt 41 Prozent zu, der CDU 24. Zum zweiten Mal nach 1989 schicken sich die Ostdeutschen an, mit einem erschöpften System zu brechen. Damals gelang ihnen die erste friedliche Revolution der deutschen Geschichte. Vieles spricht dafür, dass sie es wieder tun müssen. Dabei geht es weniger um die AfD als um die Einsicht, dass es so nicht weitergehen kann. Die Partei ist nur das Mittel zum Zweck.
II. Wenn Stabilität zur Erstarrung wird







