Stand: 04.08.2026 • 16:23 Uhr

Binnen weniger Tage gelangten Zehntausende Migranten nach Ceuta. Die meisten sind zurück in Marokko, doch die Debatte über den Schutz der EU-Außengrenzen bleibt. Die Menschen in Ceuta versuchen derweil, zur Normalität zurückzukehren.

In der Innenstadt von Ceuta scheint wieder Normalität eingekehrt zu sein. Die Cafés und Bars rund um die Plaza de la Constitución sind voll. Am Kiosk stehen Menschen für ihre Zeitung an, tauschen sich darüber aus, was ihnen in den vergangenen Tagen passiert ist und wie es weitergehen soll.

Gastwirtin Gema Molina Parra würde in diesen Tagen eigentlich das Geschäft des Jahres machen, in ihrem Pavillon auf dem Stadtfest von Ceuta auf einer großen Festmeile, das den Ereignissen zum Opfer fiel. Abgesehen davon, dass sie das ärgert, macht sie sich vor allem um die Zukunft Sorgen: "Wenn die Zentralregierung keine Maßnahmen ergreift, wird das hier so oft wieder passieren, wie sie Lust dazu haben."

Gema vergleicht die Situation mit einem Kräftemessen zwischen Spanien und Marokko. Sie hätten ihnen zu verstehen gegeben, dass sie die Stadt innerhalb von Minuten und Stunden überrennen können. Was der Gastwirtin aber auch wichtig ist - und was viele in diesen Tagen in Interviews betonen - sie habe sehr viele muslimische Freunde und muslimische Verwandte. "Hier geht es nicht um Rassismus, es geht darum, dass wir das nicht mehr stemmen können."